Beschützt am Ende des Weges

Blumen für die Referentinnen Dr Susanne Kreutzer (rechts) und Krankenschwester Heidi Schupfner und einen Scheck für die Palliativstation überreichte Conny Öttl (Zweite von links), die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen Grafenwöhr. Links Christine Wächter, die den Vortragsabend angeregt hatte. Bild: myd
Lokales
Grafenwöhr
27.11.2014
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"Palliativ bedeutet ummanteln, beschützen oder sich wohlfühlen", erklärte Referentin Heidi Schupfner gleich zu Beginn den Begriff. "Das ist nicht zu verwechseln mit Hospiz. Eine Palliativstation ist häufig nicht die letzte Station im Leben eines Menschen, ein Hospiz dagegen schon."

Voll besetzt war der Konferenzraum der Stadthalle bei dem Vortrag "Palliativversorgung - was verbirgt sich dahinter?" Die SPD-Frauen Grafenwöhr hatten dafür die Palliativ-Krankenschwester Heidi Schupfner und die Leitende Ärztin Dr. Susanne Kreutzer, beide tätig auf der Palliativstation in Neustadt/WN, gewonnen. AsF-Vorsitzende Conny Öttl feute sich über den großen Zuspruch.

Mit einem virtuellen Rundgang durch die Palliativstation Neustadt eröffnete Schupfner ihren Vortrag. Anhand der großzügigen Räumlichkeiten, liebevollen Gestaltung der gesamten Station, einzelner Zimmer und Ecken zeigte sich bereits ein deutlicher Unterschied zu Krankenstationen.

Personal in der Mitte

Der Schreibarbeitsplatz des Pflegepersonals, eine freundlich gestaltete Theke, befindet sich inmitten der Station auf dem Gang. Dort ist jederzeit eine Pflegekraft anzutreffen. Jedes der großzügigen zehn Einzelzimmer verfügt über einen Balkon, der auch mit dem Pflegebett befahren werden kann. Der Blick aus den Fenstern geht in einen schönen Garten mit altem Baumbestand.

In der Patientenküche wird das Essen für die Patienten nach Wunsch individuell zubereitet und angerichtet. Im gemütlichen Wohnzimmer findet einmal die Woche eine Kaffeerunde mit der Musiktherapeutin statt, die sich dann auch gern ans Klavier setzt. Im Pflegebad, genannt die "Wellness-Oase", hat nahezu jeder Patient die Möglichkeit, ein Vollbad zu nehmen.

"Wir nehmen uns da auch richtig Zeit, einmal hat eine Patientin beispielsweise ein Sektfrühstück im Bad eingenommen. Das war für sie ein Wunsch und ein wirklicher Genuss. Wir sind personell sehr gut ausgestattet, so dass es auf unserer Station kein Problem ist, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen", betonte die Referentin.

Jeden Tag ist auch Pater Siegfried von St. Felix auf der Station präsent. Ein Entspannungsraum in dem Meditationsmusik läuft, Spielecke für die Besuchskinder, Verabschiedungsraum, sogar ein Raucherzimmer gibt es, allerdings nur für Patienten. "Für manche Patienten ist das Rauchen der einzige Genuss, den sie noch haben, daher haben wir auch an dieses Zimmer gedacht.

Besucher und Personal müssen aber zum Rauchen das Haus verlassen", erläuterte Schupfner, und ergänzte: "Sogar Haustiere dürfen bei uns zu Besuch kommen."

Wünsche werde erfüllt

Im Gegensatz zu einer normalen Krankenhausstation bestimme der Patient den Tagesablauf. So weit es geht, werden Wünsche und Bedürfnisse erfüllt, fasste Heidi Schupfner, die bereits seit 2008 in dem Bereich tätig ist, zusammen.
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