Bier, Gepöbel und Blessuren

Mehr als 100 000 Besucher kamen zum Deutsch-Amerikanischen Volksfest. Mit dem Verlauf der drei Tage ist die Polizei zufrieden. Bis auf wenige Streitereien und Verletzungen ging es auf dem Volksfest friedlich zu. Wenn nicht, war meist Alkohol im Spiel. Bild: rgr
Lokales
Grafenwöhr
04.08.2015
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Das Deutsch-Amerikanische Volksfest war auch 2015 ein Besuchermagnet. Nach drei Tagen feiern zieht die Polizei Bilanz. Trotz einiger teils Schwerverletzter fällt die insgesamt positiv aus.

(esc) Wie die Veranstalter (siehe Kasten) geht auch die Polizei davon aus, dass mindestes so viel Besucher beim Volksfest waren wie im Vorjahr: 2014 besuchten 100 000 Gäste das Volksfest auf dem Truppenübungsplatz. Ob der hohen Besucherzahlen hielt sich das Einsatzgeschehen für Polizei, Militärpolizei, Feldjäger, BRK und Lagerfeuerwehr in Grenzen, beurteilt die Polizei. Dennoch gab es einige Auseinandersetzungen und Streit, "die dem übermäßigen Alkoholgenuss der Beteiligten zuzuschreiben sind", heißt es im Bericht.

Staus und Streitereien

Am Eröffnungstag kam es in einem Discozelt bei der Bühne zu einem Streit. "Was genau passierte, konnte bislang keiner der Geschädigten zu Protokoll geben", heißt es im Polizeibericht. Bekannt ist aber, "dass mindestens ein Unbekannter auf fünf US-Soldaten im Alter von 19 und 26 Jahren mit einem Masskrug einschlug". Vier Soldaten wurden dabei zum Teil schwerverletzt. Nach der Erstversorgung mussten die Männer stationär im Klinikum Weiden und Krankenhaus Kemnath behandelt werden. Das fünfte Opfer erlitt eine Schnittverletzung am Unterarm.

Trotz sofortiger Befragungen konnten die fünf wegen ihrer Verletzungen und ihres hohen Alkoholkonsums keine konkreten Angaben zum Täter machen. Ihren Aussagen nach soll es sich um einen US-Angehörigen mit vermutlich spanischer Herkunft handeln. Er sei etwa 20 Jahre alt, etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß und habe ein dunkles Oberteil getragen. Die Suche am Tatort nach dem Masskrug führte bisher nicht zu einer erfolgversprechenden Spur. Die Polizei Eschenbach bittet um Hinweise unter Telefon 09645/92040.

Soldat gegen Soldat

Besonders am Freitag- und Samstagabend kam nach Polizeiangaben zu Streit und Schlägereien vor allem zwischen Soldaten: Am Samstagabend gerieten britische Soldaten aneinander. Dabei sprach keiner der Beteiligten von gegenseitiger Körperverletzung - obwohl die Verletzungen deutlich erkennbar waren. Um die alkoholisierten Männer einer derzeit in Grafenwöhr übenden Einheit kümmerte sich schließlich die britische Militärpolizei. Sie nahmen die fünf in Gewahrsam.

Ein in Regensburg wohnhafter 30-Jähriger mit Grafenwöhrer Wurzeln zeigte sich gegenüber Besuchern immer wieder aggressiv. Weil er sein Verhalten in der Polizeiwache fortsetzte und erheblich unter Alkoholeinfluss stand, kam er für den Rest der Nacht in Arrest.

Zu Staus kam es am Samstag- und Sonntagnachmittag wegen des großen Besucherandrangs an Tor 6 und in der Innenstadt von Grafenwöhr. Deswegen musste die Polizei den Verkehr regeln und empfahl den Volksfestbesuchern die Shuttlebusse. Viele Gäste schauten nach dem Volksfest noch in den Lokalitäten und bei einer Aftershow-Party in Grafenwöhr vorbei.

An keinem der drei Tage kam es dort zu Störungen, zeigt sich die Polizei erfreut. Mit einem starken Aufgebot sorgte die BRK-Bereitschaft Grafenwöhr für zuverlässige Erstversorgung. Auch bei zahlreichen Insektenstichen, Kreislaufproblemen, Schnitt- und Schürfwunden waren die Helfer zur Stelle. Hilfe bekamen die auch meist jungen Besucher, die zu tief ins Glas geschaut hatten.

Gute Zusammenarbeit

Lob gibt es von der Eschenbacher Polizei für die gute Zusammenarbeit zwischen der US- und britischen Militärpolizei, der Feldjäger, des Sicherheitsdienstes POND, der BRK-Bereitschaft Grafenwöhr, der Lagerfeuerwehr, der Polizei Eschenbach und dem Veranstalter DAGA mit den US-Verantwortlichen.
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