Bundeswehr Grafenwöhr im "Heidesturm"
Pulverdampf überm Übungsplatz

Lokales
Grafenwöhr
05.06.2015
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Diesmal sorgte die Bundeswehr für den Gefechtslärm. Über 1000 Soldaten nutzten für eine nicht alltägliche Übung die Möglichkeiten am Grafenwöhrer Übungsplatz

Der "Heidesturm" fegte Anfang der Woche übers Oberpfälzer Hügelland. Diesen Titel hatte die Bundeswehr der Übung der Soldaten der Panzerlehrbrigade 9 aus Munster mit Artilleristen, Pionieren, Grenadieren und dem Kampfhubschrauberregiment 36 aus Fritzlar gegeben. Gemeinsam probten sie ein "Schießen verbundener Waffen", absolvierten eine Einzelgefechtsausbildungen und Übungsschießen. Leopard, Marder, Biber, Büffel, Fennek, Fuchs, Tiger und andere wehrhafte Tiere waren eine Woche auf dem Übungsplatz unterwegs. Mit rund 1000 Soldaten, über 70 Gefechtsfahrzeugen und weiteren Lkws und Radfahrzeugen übten die Verbände aus der Lüneburger Heide den Einsatz im scharfen Schuss.

Als "zielgerichtete Truppenausbildung im Gefechtsdienst mit Sicherstellen der Einsatzbereitschaft" bezeichnet Presseoffizier Hauptmann Christian Wolf den "Heidesturm". Beginnend mit der Marschphase als Landmarsch und Eisenbahntransport ging es um die Ausbildung des Gefechtsverbandes mit verschiedenen Truppengattungen. Nach einer "Gewässerdurchschreitung", folgte der Gefechtsmarsch und das scharfe Schießen zwischen den großen Schießbahnen 201 und 301 südlich von Kirchenthumbach.

Aufklärer, Grenadiere im Schützenpanzer Marder sowie Pioniere mit den Brückenlegepanzer Biber, den Bergepanzern Büffel und Pionierpanzer Dachs begleiteten die Leopard-Kampfpanzer. Unterstützendes Feuer gab das Artillerielehrbataillon 325 aus Munster mit Panzerhaubitzen und Raketenwerfern. Der neue Kampfhubschrauber Tiger des Fritzlarer Regiments bringt seine Bordwaffen und Raketen zum Einsatz.

Brigadekommandeur General Gunter Schneider leitete den "Heidesturm". Von der Dienststelle, der 1. Panzerdivision aus Hannover, beobachtet der stellv. Kommandeur, Brigadegeneral Ernst-Peter Horn die Übung. Sehr zufrieden äußerten sich die Munsteraner Soldaten über die Möglichkeiten auf dem Oberpfälzer Übungsareal. Auf knappe 200 Quadratkilometer erstreckt sich das Übungsgebiet, weiß Hauptmann Hans-Jürgen Gmeiner. Der Weidner ist Schießsicherheitsoffizier beim DMV (Deutschen Militärischen Vertreter) und sorgt mit den Feuerwerkern für Sicherheit bei der Übung. Auch wenn in Grafenwöhr inzwischen die Kanonen schweigen, der "Heidesturm" ist keineswegs vorbei. Bereits am Mittwoch verlegten die Bundeswehrverbände gegen Norden auf die Übungsplatze Klietz und Lenin. Dort läuft nun eine Gewässerüberquerung via Schwimmbrückengerät über die Havel und Elbe. Dazu haben sich auch amerikanische Panzer der rotierenden Einheiten der 1. US-Infanteriedivision aus Grafenwöhr angekündigt. Mit einem Bataillonsgefechtsschießen bei Magdeburg klingt der "Heidesturm" ab.
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