Der Polizist von nebenan

Lokales
Grafenwöhr
31.10.2015
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Nach acht Jahren als Kontaktbereichsbeamter in seiner Heimatstadt geht Dieter Placezk in den Ruhestand. Die Bilanz seiner Grafenwöhrer Jahre fällt positiv aus. Auf seine Stadt lässt er nichts kommen, auch wenn sie sich in den letzten Jahren verändert hat - seine Arbeit schwerer wurde.

(wüw) Einen kriminalistischen Rückblick möchte der 61-Jährige nicht abgeben. "Das war nie meine Zuständigkeit." Nicht die Straftäter, Grafenwöhrs ehrliche Bürger waren sein Bezug. "Ich war ihr Ansprechpartner. An mich konnten sie sich einfach wenden, weil ich kein Fremder bin." Wenn nicht in seinem Büro im Rathaus war er vor allem in den Schulen. Junge Leute von Dummheiten abzuhalten war ihm wichtig. Deshalb ging er dorthin, wo er jungen Leute trifft. Wenn er konnte, habe er den unbürokratischen Weg gewählt. "Wenn es mal eine kleine Rauferei gab, dann habe ich mit den Beteiligten gesprochen und die Sache geklärt. Es muss nicht immer der offizielle Weg sein." Placzek glaubt, dass sich diese Arbeit ausgezahlt hat. Vandalismus und Schmierereien seien weniger geworden in seiner Stadt. Darauf ist er stolz.

Leichter habe ihm gemacht, dass er selbst Grafenwöhrer ist. In den letzten Jahren sei dieser Heimvorteil kleiner geworden. "Die Bevölkerung hat sich gewandelt, viele von außerhalb sind hergezogen." Die meisten Neubürger seien brave Bürger, das ist Placzek wichtig. "Aber das Vertrauensverhältnis geht verloren." Auch er sei für sie ein Fremder, an den man sich nicht so einfach wendet.

Das ändert aber nichts daran, dass die Grafenwöhrer sich in ihrer Stadt sicher fühlen können, sagt Placzek. Den schlechten Ruf wegen des Truppenübungsplatzes habe die Stadt zu unrecht. "Hier lebt man genau so sicher, wie anderswo." Seit die 172. Brigade abgezogen ist, sei es noch etwas ruhiger geworden. Viel könne er dazu aber nicht sagen, dass sei Aufgabe der US-Militärpolizei und der Beamten der Eschenbacher Polizeiinspektion.

Künftig hat er mit diesen Themen noch weniger zu tun, vor Langeweile habe er aber keine Angst. Zum einen gebe es da den kleinen Samuel. Der acht Monate alte Buben seines Sohns soll künftig noch mehr vom Opa haben. Dann sorgen Haus und Garten dafür, dass die Arbeit nicht aus geht. Und außerdem hat sich Placzek Reisen mit seiner Monika vorgenommen. "Verreist sind wir schon immer gerne. Das soll auch künftig so bleiben."
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