Der Weg der US-Armee zum Truppenübungsplatz führt über Speichersdorf und Creußen
Auf zwei Routen nach Grafenwöhr

Im Gelände des Truppenübungsplatzes rückte die Kampfgruppe B der 11. US Panzerdivision von Südwesten in das Lager Grafenwöhr ein und postierte sich mit ihren Sherman-Tanks vor dem Wasserturm. Bild: mor
Lokales
Grafenwöhr
21.04.2015
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Die Einnahme der Soldatenstadt nahm die US-Armee nicht auf die leichte Schulter. Die 11. US-Panzerdivision gruppierte ihre Einheiten dafür in zwei Kampfgruppen, Combat Command A und Combat Command B. Auf getrennten Routen rückten sie vor. Der Vormarsch begann am 19. April. Gegen 6.30 Uhr flogen amerikanische Flugzeuge einen Aufklärungseinsatz und bekämpften die Kasernen.

Der Angriff der Kampfgruppe A rollte über Speichersdorf, Neustadt am Kulm und Pressath. Die Einsatzgruppe "Wingard" aus Panzer- und Panzerinfanterieeinheiten rückte auf die Stadt zu. Auf dem Birka nördlich der Stadt bezogen die Panzer Stellung, während die Truppen um 15.25 Uhr in Grafenwöhr einrückte. Augenzeugen berichten, dass sich die meisten Grafenwöhrer in den Felsenkellern am Annaberg versteckten. Die Köchin des Gasthauses Specht soll am Rathaus ein weißes Laken gehisst haben. Die gefangenen deutschen Soldaten hielten sie im Wirtsgarten beim Goldenen Löwen gegenüber der Brauerei fest.

Die Kampfgruppe B näherte sich über Creußen und Losau. Nach der Einnahme Vorbachs und Oberbibrachs zogen die Truppen gegen 11.30 Uhr in Speinshart ein. Gegen 13.30 Uhr durchfuhren die Panzer Eschenbach. Im Truppenübungsplatz rückte die Kampfgruppe über Grünhund von Südwesten ein und postierte sich in dem zerstörten Stalllager am Wasserturm. Um 16.30 Uhr meldete die Division die Einnahme Grafenwöhrs. Umfangreich fasst der Divisionsbricht den Tag zusammen. Ein Befehl des 12. US-Korps wies die Division an, den Vorstoß zu stoppen, "um den Raum Grafenwöhr zu säubern und zu sichern". Die Amerikaner stellten viele Waffen, Munition und Material sicher, unter anderem "eines der größten Depots für chemische Kampfstoffe in Deutschland in einem bewaldeten Verteilungsraum (in der Mark)", heißt es im After Action Report der Division. Am Morgen des 20. April übergab Lagerkommandant General Rupprecht den Übungsplatz formell in einem Gefechtsstand beim Militärfriedhof.

Am Nachmittag des 21. Aprils beorderten die Amerikaner eine Pioniereinheit in die Stadt. Ein Panzer war zu breit fürs Untere Stadttor. Das über 300 Jahre alte Tor musste weichen. Gegen 18 Uhr folgte die Sprengung. Die Reste landeten im Thumbach und im Stadtweiher. Am frühen Morgen begannen die US-Soldaten auf Weiden vorzurücken.
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