Die Last der Ungewissheit

Wir leben mit dem Lärm. Doch der reicht. Weder ein Hubschrauberstandort noch eine Tiefflugzone gehören dazu.
Lokales
Grafenwöhr
27.12.2014
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Rücksicht und Einsicht, ein glückliches Händchen für die Zukunft und endlich Friede und Freude wünschen sich die Fraktionsführer von CSU, SPD und FW im Grafenwöhrer Stadtrat. Doch über all ihren Aussagen schwebt ein Thema, das nicht nur die Räte noch länger in Atem halten wird.

Es war der Abend der Fraktionssprecher. Nach der Schlussbilanz des Bürgermeisters in der Jahresabschlusssitzung des Stadtrates (wir berichteten), blickten die Vertreter der Stadtratsfraktionen auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Übereinstimmend sprachen sie von einem guten Jahr für Grafenwöhr, ohne das Kapitel Wahlfälschung auszuklammern. "Das Thema belastet Stadt, Stadtrat sowie Bürger und hemmt die kommunale Arbeit", waren sich Gerald Morgenstern (CSU), Thomas Weiß (SPD) und Thomas Schopf (FW) einig.

Projekte mit Weitblick

Die Sprecher bewerteten die kommunalen Leistungen im zu Ende gehenden Jahr identisch. In ihren Stellungnahmen spiegelten sich die Projekte wider, die auf den Weg gebracht, angepackt oder vollendet wurden. Schule, Stadthalle, Feuerwehr, Museum, Umzug des Bauhofes oder Schönbergbühne: "Grafenwöhr kommt voran", war aus ihren Berichten zu vernehmen.

Zu diesen Erfolgen zählte Gerald Morgenstern auch das gute Verhältnis zur Bundeswehr und vor allem zur US-Armee als größten Arbeitgeber in der Region. Der Wirtschaftskraft und den Arbeitsplätzen durch das Militär stellte der CSU-Mann die Belastungen durch Verkehr und Schießlärm gegenüber. "Wir leben mit dem Lärm. Doch der reicht. Weder ein Hubschrauberstandort noch eine Tiefflugzone gehören dazu", betonte er.

Als einschneidend bewertete der CSU-Sprecher die Ergebnisse der Kommunalwahl und den Führungswechsel im Rathaus. An Knoblochs Vorgänger Helmuth Wächter appellierte Morgenstern, zu Vorwürfen gegen die Verwaltung und den Geschäftsleiter Stellung zu nehmen und sich vor seine ehemaligen Mitarbeiter zu stellen. In den Mittelpunkt seines Dankes stellte der CSU-Stadtrat den Einsatz der ehrenamtlich tätigen Mitbürger sowie die Arbeit des Bürgerladens und des Bürgervereins. An alle Grafenwöhrer appellierte Morgenstern, Flüchtlingen und Asylbewerbern tolerant und weltoffen zu begegnen. Er hoffe auf rasche Klärung der Vorkommnisse bei der Kommunalwahl. "Wir sind den Bürgern ein Gremium schuldig, das frei von der Last, schon halb aufgelöst zu sein, gute Arbeit leistet."

"Arbeitsplätze statt Neuwahlen"

Nach dem Dank für einen fairen Kommunalwahlkampf würdigte Thomas Weiß die Leistungen des Jahres als Gemeinschaftswerk der Bürger, des Bürgermeisters und des Stadtrates. Aus Vergangenem lernen, um es in der Zukunft noch besser zu machen, war für den SPD-Sprecher ein wünschenswertes Ziel. Ohne persönliche Befindlichkeiten sei es die Aufgabe des Rates, mit den Mitteln der Stadt sorgsam umzugehen und diese zum Wohl der Bürger einzusetzen. Weiß plädierte für eine Fortsetzung der parteiübergreifenden Arbeit. "Erst diese bringt die Stadt voran."

Für die Fraktion der Linken dankte Klaus Schmitsdorf den Wählern für das Vertrauen bei der Kommunalwahl. Schmitsdorf freute sich besonders über den Beschluss des Stadtrates, die Verlegung der Rathausverwaltung aus dem Stadtzentrum rückgängig zu machen. Dem Bürgermeister empfahl der Linke-Sprecher, "sich doch der Aufgabe zu widmen, Arbeitsplätze zu schaffen, statt immer wieder von Neuwahlen zu reden".

Als Vorsitzender des Stadtverbandes urteilte Stadtrat Gerhard Mark: "Grafenwöhr ist lebenswert". Diese Entwicklung sei auch der Arbeit der ehrenamtlich Tätigen zu verdanken. Gleichzeitig dankte er im Namen der Vereine Bürgermeister und dem Gremium für die Unterstützung.
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