Die Namen bewahren

Lokales
Grafenwöhr
22.11.2014
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Grafenwöhr diskutiert über den richtigen Platz für die Tafel mit den Namen der Gefallenen. Pfarrer Karl Wohlgut erntet für seinen Verlegungs-Vorschlag einigen Widerspruch - und ist trotzdem zufrieden.

Karl Wohlguts Predigt zum Volkstrauertag sorgt für Gesprächsstoff. Der Ruhestandspfarrer brachte ins Spiel, die Tafel mit den Namen der Gefallenen an einer anderen Stelle anzubringen. Am Eingang der Alten Pfarrkirche würden sie etwas untergehen. Wohlgut brachte die Grotte am Annaberg als neuen Standort ins Spiel.

Herbert Gick kann dem Pfarrer nicht recht zustimmen. Die Namen seines Bruders und zweier Cousins stehen auf der Tafel. Gick findet den derzeitigen Standort gut. "Es soll so bleiben, wie es ist."

"Ich habe mir über dieses Thema noch gar keine Gedanken gemacht", gesteht Bürgermeister Edgar Knobloch. Er verweist aber darauf, dass die Tafeln am Annaberg nur einmal im Jahr wirklich gesehen würden. "Es ist auch eine kirchliche Angelegenheit und müsste mit dem Pfarrer besprochen werden", so Knobloch.

Unterstützung bekommt Wohlgut von Josef Panzer. "Der Annaberg wäre der richtige Standort", sagt der Kirchenpfleger von Hütten. Am morgigen Sonntag begehen die Hüttener ihren Volkstrauertag. "In Hütten stehen die Namen am Gedenkstein neben dem Kriegerdenkmal. Das ist optimal", meint Panzer. Unter den Namen findet sich auch der seines Onkels Josef.

Gegen eine Verlegung auf den Annaberg wurden bereits vorher Stimmen laut. Gegen diesen Standort spreche nicht nur, dass am Annaberg selten Gottesdienste gefeiert werden. Er sei von älteren Menschen kaum zu erreichen, weil er nur Fußgängern offen steht. Außerdem trieben dort immer wieder Vandalen ihr Unwesen.

Bei der Jahreshauptversammlung des Männergesangsvereins (MGV) kamen andere Alternativen ins Spiel: eine bessere Beleuchtung am bisherigen Standort sowie die Verlegung an den Friedhof oder in die Friedhofskirche. Dass sein Vorschlag nicht nur auf Befürworter hat, stört Wohlgut nicht. In der MGV-Versammlung meinte er zufrieden: "Jetzt wird auf jeden Fall mal drüber geredet."
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