DMV-Dienststelle verliert ihre Selbstständigkeit

Lokales
Grafenwöhr
19.12.2014
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Schwerer Schlag für die Bundeswehr in Grafenwöhr: Die Dienststelle Deutscher Militärischer Vertreter (DMV) wird künftig der Bereichs-Truppenübungsplatzkommandantur Süd im fränkischen Wildflecken angegliedert. Gleichzeitig verliert sie zwei Dienstposten.

Kommunalpolitiker der Anliegergemeinden sind schockiert. Die Reform wird ohne jegliche Vorinformation knallhart durchgesetzt. "Das ist alles andere als eine frohe Weihnachtsbotschaft", beklagte stellvertretender Landrat Albert Nickl. Er und andere Politiker wurden bei einem sogenannten Informationsseminar im Lager Grafenwöhr von den Neuerungen überrascht.

Oberstleutnant Anton Kussinger informierte in Vertretung für den verhinderten DMV-Chef, Oberstleutnant Hans-Joachim Gehrlein, die Bürgermeister und Kommunalpolitiker. Mit der Strukturänderungen bei der Bundeswehr ändere sich auch die Truppenübungsplatzlandschaft in Deutschland. Die bislang weitgehend selbstständigen Truppenübungsplatzkommandanturen und DMV-Dienststellen werden nun in drei Bereichen zusammengefasst und truppendienstlich und fachlich durch diese geführt. Der DMV Grafenwöhr gehört demnach ab 1. Januar 2015 mit dem Truppenübungsplatz Heuberg und Hammelburg zur Bereichs-Truppenübungsplatzkommandantur Süd im unterfränkischen Wildflecken, wo nun auch die Verantwortung liegt.

Neue Besoldungsstufe

Die Personalstärke der Grafenwöhrer Dienststelle werde "zwar nur um zwei Dienstposten" abgeschmolzen. "Der DMV verliert aber an Bedeutung", verhehlte Oberstleutnant Kussinger nicht. 24 Soldaten und vier zivile Mitarbeiter (bisher 23 Soldaten und 7 Zivilisten) nehmen die Aufgaben künftig wahr. Reduzierungen gibt es in den Bereichen Ausbildung und Organisation, sowie Logistik und Fernmeldewesen. Der Leiter des DMV bleibt ein Oberstleutnant, allerdings wird dieser auf die Besoldungsstufe A 14 reduziert. Der bisherige Chef, Oberstleutnant Hans-Joachim Gehrlein, wird bis zu seiner Pensionierung im September 2015 Leiter der DMV-Dienststelle in Grafenwöhr bleiben.

Aufgabe der Bundeswehrdienststelle wird auch künftig die Interessensvertretung gegenüber der US-Armee sein. Zusammen mit dem Service-Center des Bundeswehrdienstleistungszentrums (BwDLz) Amberg gewährleistet der DMV sämtliche Voraussetzungen für einen ordnungsgemäßen und reibungslosen Übungs- und Schießbetrieb der Bundeswehreinheiten. Rund 100 zivile Mitarbeiter beschäftigt das Service-Center, berichtete der Amberger Leiter, Reinhard Schober. Auch künftig werden mit einer Zielbaugruppe kleinere Schießbahnen in Grafenwöhr direkt von der Bundeswehr betrieben. Oberstleutnant Anton Kussinger versicherte, dass der neue Bereichsleiter in Wildflecken sich nicht in Grafenwöhrer Abläufe einmischen will. Direkter Ansprechpartner für die Bürgermeister und Kommunen bleibe wie bisher der Leiter des DMV.

Abgerundet wurde das Treffen mit Informationen über die technische Ausstattung und Schieß- und Übungsmöglichkeiten auf dem Grafenwöhrer Platz, der neben den Truppenteilen des Heeres auch von der Luftwaffe für Luft-Bodeneinsätze genutzt wird.
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