Ein Fest für den Fiskus

"Alles passt. Das Volksfest kann beginnen", sagt Cheforganisator Peter Renner als Mister Volksfest. Bild: do
Lokales
Grafenwöhr
02.07.2015
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Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Helmuth Wächter erwartet bis zu 100 000 Besucher beim deutsch-amerikanischen Volksfest- auch das Finanzamt feiert vom 31. Juli bis 2. August mit. Weshalb, das erklärte Hermann Marherr in der Hauptversammlung des Deutsch-Amerikanischen Gemeinsamen Ausschusses (DAGA).

Im Gasthof "Zum Stich'n" bilanzierte Kassier Marherr: "Jeden Euro vom Volksfest geben wir den Bedürftigen." Und doch kennt der Fiskus keine Gnade. Er berichtete von einer Umsatzsteuerzahlung von 11 500 Euro. Und der Bescheid für Körperschafts- und Gewerbesteuern steht noch aus.

Großes Murren

Das Murren ist groß beim DAGA. "Das Volksfest ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung", sagt Präsident Helmuth Wächter. Und trotzdem sei die Finanzbehörde immer dabei. Ein Nonsens. Jeder Euro, den der Staat kassiert, fehle den sozialen Einrichtungen, betonte Grafenwöhrs Ex-Bürgermeister. Die Bilanz, die der DAGA-Präsident auch im Namen seines amerikanischen Kollegen James P. Federline zog, war beeindruckend. 750 Spendenpakete für Arme, Spendenschecks über 20 000 Euro, 1500 Nikolauspäckchen zur Lichterbaumaktion. Jeder Euro Gewinn werde für soziale Zwecke weitergegeben, versicherte der Präsident. Deshalb habe er kein Verständnis für die Steuerpraxis. "Wir könnten für die Leute noch mehr tun." Wächter möchte deshalb mit dem neuen Leiter des Weidener Finanzamts sprechen.

In seinem Rückblick stellte Wächter das Volksfest 2014 in den Mittelpunkt: "Es war ein Fest der Superlative." Eine große Helferschar habe den Erfolg möglich gemacht: Feuerwehr, Bauhof, Schausteller Peter Renner, die Firma Göttel, Landwirte und Hilfsorganisationen und Platzmeister Gerhard Hörl, sie alle gehörten zu den Erfolgsgaranten. Dank galt der US-Armee für die Überlassung des Festplatzes, US-Koordinator James P. Federline und der Bundeswehr.

Erinnern an Bock und Ertl

Die weiteren Ausführungen galten der Tagesarbeit des Vereins. Rückblickend nannte er die Betriebsführung durch die Firma Witron in Parkstein als Höhepunkt. Zu Beginn der Versammlung, unter anderem mit zahlreichen Kommunalpolitikern aus der Region, hatte Wächter der verstorbenen Mitglieder Ludwig Bock und Peter Ertl gedacht. Das Protokoll verlas Schriftführer Wolfgang Pirkl.

Hermann Marherr sprach in seinem Kassenbericht von einer zufriedenstellenden Basis für kommende Aufgaben. Er hoffe auf kräftige Volksfest-Einnahmen. "Mit der Gewinnausschüttung machen wir vielen Menschen Freude." Auch er kritisierte den Aufwand bei der Steuerfestsetzung. "Ist es wirklich notwendig, dass wir die Ausgabe der Hilfspakete so genau nachweisen?" Kassenprüfer Eduard Schreglmann bescheinigte "ordentliche Buchhaltung".
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