Evangelische Christen der Kulmregion feiern den Reformationstag in der Grafenwöhrer ...
Glaube soll zur Heimat werden

Lokales
Grafenwöhr
02.11.2015
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Am Samstag versammelten sich die evangelischen Christen der Kulmregion in der Michaelskirche, um gemeinsam den Reformationstag zu feiern. Die Pfarrer Dr. André Fischer, Dirk Grafe und Hartmut Klausfelder gestalteten den Gottesdienst. Letzterer stellte die neue Ordnung in der Evangelisch-Lutherischen Kirche bei Lesungen und Predigttexten vor. Es handle sich um das "Schema Israel", das Glaubensbekenntnis des jüdischen Volkes, das im 5. Buch Mose aufgezeichnet wurde.

"Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft." "Das Schlagwort Heimat ist mir dazu eingefallen", sagte der Pfarrer von Neustadt am Kulm. Dazu lasse sich auch ein Bogen zum Reformationstag schlagen. "Martin Luther ist es darum gegangen, dass unser Glaube Heimat findet."

Der Begriff Heimat setze Wohlfühlhormone frei. "Mir geht es gut, wenn ich höre, dass ein Mensch eine Heimat gefunden hat", sagte Klausfelder. Auf die Frage, was Heimat für sie bedeutet, erhielt er von seiner 17-jährigen Tochter diese Antwort: "Heimat ist da, wo ich den Bauch nicht einziehen muss." Dies habe sie auf Facebook gelesen. Im Blick auf das Evangelisch-Sein bedeute dies: "Unser Glaube soll für uns zur Heimat werden. Heimat ist, wo ich sein kann, wie ich bin, ohne Schminke." Der Glaube habe bei vielen die Heimat verloren. Auf dem Papier sind sie evangelisch, aber die christlichen Traditionen und biblischen Geschichten werden Kindern nicht mehr vermittelt.

"Das ist die Herausforderung vor dem großen Reformationsjubiläum im Jahr 2017: Wie können wir Menschen überzeugen, ihre Kirche, ihren Gott als Heimat zu empfinden?" "Mir gefallen hier Kinder- und Jugendfreizeiten, die Glauben erlebbar machen. Kirchenlieder können auch einen Beitrag leisten", so der Pfarrer. "Im Glauben an unseren Gott soll jeder die Heimat haben. Im Vertrauen auf seine Kraft werden wir Wege finden, dass Kirchenfremde Gefallen finden an der himmlischen Heimat. Das ist meine Hoffnung für Flüchtlinge, wie für Alteingesessene." Den Gottesdienst gestalteten der evangelische Posaunenchor Neustadt am Kulm und Organist Walter Thurn.
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