Füße und Menschenrechte

Lokales
Grafenwöhr
08.08.2015
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Dieses Werk macht nachdenklich. Junge Flüchtlinge beschäftigten sich mit dem Thema Menschenrechte - und zeichnen dabei ein düsteres Bild von ihrer Vergangenheit.

Ein schwerer Käfig versperrt mit einem Vorhängeschloss. Ohne Schlüssel, kein Entkommen für die beiden zusammengeketteten Füße im Inneren des Käfigs. "Menschenrechte" steht unter der Skulptur. Ein düsteres Bild zeichnen drei jugendlichen Flüchtlinge aus dem St. Michaelswerk und Schüler der Mittelschule. In fast 100 Stunden Arbeit entwarfen und erarbeiteten sie mit Kunstschmied Christoph Schinner dieses Kunstwerk, indem sie auch Erlebnisse aus ihrer Heimat und von ihrer Flucht verarbeiteten. Die Kinder setzten sich so mit ihrer Vergangenheit auseinander - und lernten nebenbei, mit Flex, Säge und Plasmaschneidgerät umzugehen. Als besonders schweißtreibend erwies sich die Arbeit am Schmiedefeuer. "Dort hat es 70 bis 80 Grad", berichtete Schinner. Er war voll des Lobs für die jungen Männer, die neben der körperlichen Arbeit auch viel Kreativität einbrachten.

Das Projekt entstand im Förderprogramm "Öffentlichen Raum begreifen" (wir berichteten). Sonja Kaatz vom Mehrgeneationenhaus hat mit Stadt und Schule EU-Fördergelder lockergemacht. Dank ging an die Mitarbeiter des Michaelswerks. Dass "Menschenrechte mit Füßen getreten werden", daran wollen die Künstler auch die Grafenwöhrer aufmerksam machen und dafür das Projektergebnis aufstellen. Das möchte auch Bürgermeister Edgar Knobloch: "Wir werden einen guten und würdigen Platz für dieses Kunstwerk in der Stadt Grafenwöhr finden."
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