Geld allein macht nicht glücklich

Lokales
Grafenwöhr
22.12.2014
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Grafenwöhr bekommt aus München eine Rekordüberweisung. Fünf Millionen Euro, fast doppelt so viel Schlüsselzuweisung wie heuer, gibt es im nächsten Jahr. Eine erfreuliche Nachricht zur Stadtratssitzung. Und doch ist das Klima alles andere als heiter.

Für Gesprächsstoff sorgt die Stadtratswahl. Deren Gültigkeit wird angezweifelt. Noch beschäftigen sich die Gerichte mit möglichen Unregelmäßigkeiten. Dennoch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Neuwahl. Unruhige Zeiten, bedauerte Bürgermeister Edgar Knobloch in seiner Bilanz nach turbulenten acht Monaten im Amt.

Es wäre ja so schön gewesen, Grafenwöhr mit anderen Schlagzeilen in den Medien zu sehen, seufzte der Bürgermeister schon zu Beginn seines Rückblickes und traf mit dieser Feststellung auf Verständnis der meisten Ratsmitglieder. Seit Monaten schwebt das Damoklesschwert einer Neuwahl über dem Gremium. "Das belastet", gibt der Rathauschef zu. Knobloch befürchtet: "Vor einem neuen Wahlgang wird die Sacharbeit in den Hintergrund gedrängt." Es gelte deshalb, mit Zuversicht und im Vertrauen auf eine faire Auseinandersetzung in turbulenter Zeit das Beste für Grafenwöhr zu leisten.

Als Grundlage nannte der Bürgermeister das harmonische Miteinander der großen Mehrheit der Ratsmitglieder. Gleichzeitig stellte sich der Rathauschef schützend vor seine Verwaltung und verwahrte sich gegen "unhaltbare Anschuldigungen" eines Ratsmitgliedes gegenüber dem Personal. "Diese Hetze ist zumindest sehr bedenklich und für eine Zusammenarbeit kontraproduktiv", urteilte der Sitzungsleiter.

Versöhnliche Töne

Danach bemühte sich der Bürgermeister, Weihnachtsfrieden herzustellen. Bei Kerzenschein und kleinen Geschenken für Rat und Verwaltung war Harmonie angesagt. Edgar Knobloch fand zu versöhnlichen Tönen zurück. Es gibt ja genug Gutes und Positives, bemerkte der Sitzungsleiter, um dann im Einzelnen über gute Entscheidungen und Entwicklungen zu berichten.

So erinnerte der Bürgermeister an die gewaltigen Investitionen in die Schullandschaft der Stadt, um lehrplangerechte "Lernorte" zu ermöglichen, verwies auf die jüngsten Beschlüsse des Stadtrates zur Ertüchtigung des Brandschutzes in der Stadthalle und zur Erweiterung des Gaststättenbetriebes und verkündete Weichenstellungen zur Sanierung der Adalbert-Stifter-Straße und der Eichendorffstraße. Ein klares Bekenntnis legte Knobloch zum Verbleib der Stadtverwaltung in der Altstadt ab. "Das Leben findet 'InnenStadt'", bemerkte der Bürgermeister. Ein Umzug in die Verwaltungsräume am Neuen Weg hätte zu einem Identitätsverlust der Bevölkerung mit dem Stadtzentrum geführt, urteilte Edgar Knobloch. Er begrüßte deshalb die mit klarer Mehrheit getroffene Entscheidung des Stadtrates, die Umzugspläne zu verwerfen. Gleichzeitig kündigte der Rathauschef die Sanierung der städtischen Verwaltungsgebäude in der Altstadt an.

Weitere Ausführungen galten Hinweisen zum künftigen Grüngutsammelplatz am Neuen Weg. Beabsichtigt ist eine ständige Öffnungszeit in den Sommermonaten. Knobloch denkt auch an die Reiselust der Bevölkerung. Eine Servicestelle soll künftig die Bürger rechtzeitig auf das Gültigkeitsende der Personalausweise und Reisepässe hinweisen. "Der verdiente Urlaub soll wegen eines ungültigen Ausweises nicht schon am Flughafenschalter enden", sorgt sich das Stadtoberhaupt um die Verschnaufpausen seiner Mitbürger. Schließlich wandte er sich den Ortsteilen zu, erinnerte an städtische Initiativen zur Verkehrssicherheit in Gössenreuth, an die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Hütten und den bevorstehenden Abschluss der Dorferneuerung in Gmünd.

Überhaupt: In den Ortsteilen entdeckte der Bürgermeister viel Gemeinsinn. Als Beispiel nannte er den Einsatz der Brandschützer beim Feuerwehrhausbau in Gmünd. Am 6. Januar 2015 soll bei der Jahreshauptversammlung der Gmünder Feuerwehr ein Kunstwerk enthüllt werden, verriet der Rathauschef.

Aufbruchsstimmung

"Es sind uns gute Entscheidungen gelungen", fasste Knobloch "acht Monate Arbeit für Grafenwöhr" zusammen und bescheinigte den Grafenwöhrern "Aufbruchsstimmung". Diese verspüre er vor allem bei den Veranstaltungen der Vereine und Verbände. "Die Grafenwöhrer verstehen zu feiern und das ehrenamtliche Engagement zu würdigen", lautete Knoblochs Einschätzung.
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