Grafenwöhr gedenkt Opfern

Mit Garnisonskommandeur Oberst Mark Colbrook (links) und Oberstleutnant Hans-Joachim Gehrlein legte Bürgermeister Edgar Knobloch (Mitte) einen Kranz vor dem Kriegerdenkmal nieder, dazu läuteten die Glocken der Grafenwöhrer Kirchen. Bilder: mor (3)
Lokales
Grafenwöhr
10.04.2015
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Zum Ende des Zweiten Weltkriegs war Angst das vorherrschende Gefühl in Grafenwöhr. Die Bürger suchten Schutz vor Bomben, Menschen starben. Am Mittwoch gedachte die Stadt den Opfern der verheerenden Bombenangriffe vor genau 70 Jahren.

Punkt 13 Uhr erinnerten am Mittwoch die Glocken der Grafenwöhrer Kirchen an die Bombardierung der Stadt vor 70 Jahren. Mit einem Gottesdienst auf dem Annaberg, dem Besuch eines Felsenkellers, der damals Schutz vor den Angriffen bot, und der Kranzniederlegung vor dem Kriegerdenkmal gedachten die Bürger der Opfer.

"Vor 70 Jahren war Krieg, seit 70 Jahren herrscht Frieden in unserem Land", eröffnete Monsignore Karl Wohlgut den Gottesdienst auf dem Annaberg. Der 8. April 1945 sei ein schmerzvoller Übergang vom Krieg zum Frieden gewesen - auch in Grafenwöhr. Zusammen mit Kaplan Thomas Thiermann und dem US-Militär-Geistlichen, Chaplain Christopher Kopec, zelebrierte Wohlgut den Gottesdienst für die Besucher.

Nach der Erziehung zu Hass und Feindschaft während der Nazi-Diktatur folgte 1945 ein Neuanfang, der seine Vollendung im Miteinander der Völker und Nationen in der europäischen Gemeinschaft und in der Freundschaft zum amerikanischen Volk gefunden habe. "Wenn wir heute bei diesem Gottesdienst um den Frieden beten, dann tun wir es mit der inständigen Bitte, Gott möge weiterhin zum Frieden hinführen", lautete das Fazit des Ruhestandsgeistlichen, der als Neunjähriger das Kriegsende miterlebte.

Schutz im Felsenkeller

Nach dem Gedenkgottesdienst lud Toni Wittmann zur Besichtigung des Felsenkellers ein, der zu seinem Elternhaus, dem Torschuster, gehörte. Interessiert drängten sich die deutschen und amerikanischen Gäste in den aus Sandstein gehauenen Keller. Er bot den Grafenwöhrern Schutz vor den Bomben. Mit der Stadtkapelle und den Fahnen der Vereinsabordnungen folgte der Trauermarsch zum Rathaus. "Zum Gedenken an die Opfer der Fliegerangriffe im April 1945" ist in der Inschrift auf dem Boden vor dem Kriegerdenkmal zu lesen.

Gedenken an Verstorbene

Bürgermeister Edgar Knobloch erinnerte, dass der Luftkrieg, der von Deutschland ausging, 1945 zurück nach Grafenwöhr kam. Er verlas die Namen der 26 zivilen Opfer, gedacht wurde auch der vielen Hundert stationierten Soldaten, die ums Leben kamen. Gemeinsam mit Oberst Mark Colbrook und Oberstleutnant Hans-Joachim Gehrlein vom DMV legte der Bürgermeister einen Kranz nieder, dazu läuteten nochmals die Glocken der Grafenwöhrer Kirchen.

Unter den Gästen waren auch Oberst Thomas Matsel vom JMTC, Command Sergenat Major Jeffrey Dillingham, stellvertretender Landrat Albert Nickl und US-Vizekonsul Austin Richardson aus München. (Hintergrund)
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