Grafenwöhrs Türöffner

Bürgermeister Edgar Knobloch ist seit rund einem Jahr im Amt. Als "Der Neue" spürt er in seiner Heimat eine große Aufbruchsstimmung. Bild: do
Lokales
Grafenwöhr
07.05.2015
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Handwerker, Zeitsoldat, Mitarbeiter des Kulturreferent in Nürnberg: Edgar Knoblochs Werdegang ist ungewöhnlich. In seinem neuen Amt hat er nun seine Bestimmung gefunden, ist er sicher.

Als Büroleiter des Landrats und als Wirtschaftsförderer des Landkreises kehrte Knobloch einst in die Oberpfalz zurück. Den Leuten helfen, vermitteln und Verbindungen herstellen. Edgar Knobloch wird zum Türöffner für Wünsche der Landkreisbürger. Nun bewährt sich der leutselige Grafenwöhrer als "erster" Türöffner in seiner Heimatstadt. Als Bürgermeister ist er dort seit einem Jahr in Amt und Würden. "Ein Traumberuf", wie Knobloch bestätigt. Die Schlüssel zu den Türen scheint er auch in diesem Amt gefunden zu haben. "Man muss auf die Leute zugehen, dann kann man in ihre Herzen hineinlauschen", sagt er.

"Am Puls der Zeit"

Knobloch ein Herzensbrecher? Im Gegenteil. Eher ein Herzschrittmacher und ein Mut-Macher. Die Meinung seiner Bürger ist ihm wichtig. "Wer zuhört, findet sich am Puls der Zeit wieder". Und der schlage in Grafenwöhr kräftig, erklärt der Bürgermeister selbstbewusst. Tatsächlich pulsiert die Kommunalpolitik in Grafenwöhr auf Hochfrequenz.

Freundlich wird über den neuen Regierungsstil im Rathaus gesprochen. Viele Bürger mögen Edgar Knobloch, weil er authentisch wirkt. Die Grafenwöhrer loben den Kommunikationsstil und selbst aus dem Stadtrat ist nicht nur aus den Reihen der CSU-Fraktion Anerkennendes zu hören. SPD-Fraktionssprecher Thoms Weiß will nicht klagen. "Ich bin im Wissen um die Schwierigkeiten dieses Amtes mit Knobloch grundsätzlich zufrieden." Eine Bestnote vergibt Freie-Wähler-Stadtrat Gerhard Stümpfl: "Eine Super-Vorstellung, der passt."

Trotz aller Anerkennung bleibt dem Mann ein gemütliches Heran- und Hineintasten in die vielschichtige Arbeitswelt eines Stadtoberhauptes verwehrt. Keine Chance. Schon wenige Wochen nach der Stadtratswahl gibt es die ersten Gerüchte über Wahlmanipulationen. Kaum eingearbeitet, erfährt der neue Rathauschef von einer "geheimen Altlast". Knobloch muss sich mit einem Förderstopp der Regierung auseinandersetzen. Die Städtebau-Fördermittel stehen auf der Kippe.

Traumpfad wird steinig

Die Hindernisse kommen unerwartet. Der erhoffte Traumpfad wird für den 50-jährigen Sportsmann zum steinigen Weg. Schneller als erwartet findet sich Edgar Knobloch in einer Bewährungsprobe wieder. Die meisten Menschen in Grafenwöhr finden, dass er diese gut bestanden hat. Angetreten war Edgar Knobloch vor einem Jahr mit dem erklärten Ziel, auf seine Kompetenz als Wirtschaftsförderer bauend Grafenwöhr unternehmerfreundlich zu machen. Zu wichtigen Aufgaben erklärte der neue Bürgermeister die Bewältigung des demografischen Wandels und das allgegenwärtige Thema des Stellenabbaus im Truppenübungsplatz.
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