Gute Gründe fürs Gründerzentrum

Ich sehe wirklich nicht schwarz für unser Gründerzentrum.
Lokales
Grafenwöhr
29.07.2015
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Das Gründerzentrum kostet Eschenbach, Pressath und Grafenwöhr richtig Geld - künftig sogar noch mehr. Kritik kommt den drei Bürgermeistern über die Einrichtung nicht über die Lippen, im Gegenteil.

(wüw) Schlechte Zeiten, aber kein schlechtes Wort. Beim Gründerzentrum sind sich die drei Gesellschafter-Bürgermeister über Gemeinde- und Parteigrenzen hinweg einig: Trotz notwendiger Kapitalaufstockung (wir berichteten) stehen Werner Walberer (Pressath), Peter Lehr (Eschenbach) und Edgar Knobloch (Grafenwöhr) hinter dem gemeinsamen Projekt an der B 299. "Das Gründerzentrum soll Arbeitsplätze in der Region schaffen und das hat es in der Vergangenheit sehr gut getan", sagt Peter Lehr. Der Eschenbacher Bürgermeister und sein Stadtrat müssen in der letzten Sitzung vor der Sommerpause am morgigen Donnerstag über die Kapitalerhöhung abstimmen. Für Lehr eine Formalität, zumal der Kreistag bereits der Erhöhung der Einlage des Landkreises zugestimmt hat.

Lehr ist sich bewusst, dass seine Stadt bislang wenig vom Gründerzentrum profitiert hat, kaum ein Betrieb fand von der Einrichtung den Weg nach Eschenbach. Dies sei kein Argument gegen das Zentrum, so Lehr. "Wir müssen weg von diesem Kirchturmdenken."

Werner Walberer ist da ganz bei seinem Eschenbacher Kollegen. Wie Lehr hat auch er im Kreistag für die Erhöhung der Kapitaleinlage gestimmt und der Pressather Stadtrat ist dem der ehemaligen Kreisstadt voraus: Das Gremium hat der Erhöhung bereits zugestimmt. Die Zustimmung sei ihm leicht gefallen, weil er von der Organisation des Gründerzetrums überzeugt sei: "Wir haben mit Christine Pöllath eine hervorragende Leiterin." Aber zaubern könne auch sie nicht. Wegen der guten Konjunktur sei das Angebot des Zentrums weniger gefragt: "Wir können die Existenzgründer nicht zwingen, sich dort anzusiedeln."

Das sieht auch Edgar Knobloch so. Das Defizit einfach wachsen lassen will Grafenwöhrs Bürgermeister aber nicht. "Wir müssen natürlich darauf achten, die Kosten zu senken." Für den früheren Chef der Wirtschaftsförderung im Landkreis ist klar, dass das Zentrum insgesamt erhalten werden muss. "Gründerzentren sind ein hervorragendes Instrument zur Wirtschaftsförderung." Für das Grafenwöhrer gilt das ganz besonders: Einst sei es das erfolgreichste in ganz Bayern gewesen. Knobloch kann eine ganze Reihe erfolgreicher Firmen aufzählen, die an der B 299 entstanden sind, 380 Arbeitsplätze seien daraus hervorgegangen, die meisten finden sich bis heute in der Region. Dabei spiele es keine Rolle, ob sich die Firmen letztlich in Grafenwöhr, Altenstadt oder Weiden ansiedeln.

Knobloch glaubt zudem, dass die schwersten Zeiten hinter dem Gründerzentrum liegen. "Die Auslastung lag schon unter 30 Prozent, inzwischen sind wir wieder bei 50." Zudem gebe es wieder häufiger Nachfragen. Und der nächste Abschwung komme bestimmt, wenn die Arbeitslosigkeit steigt und mehr darüber nachdenken, sich selbstständig zu machen, sei es wichtig, dass es eine Anlaufstelle für sie gibt.

Knobloch glaubt deshalb, dass das Gründerzentrum auch über das Jahr 2025 eine Zukunft haben kann. Wie Lehr und Walberer will auch er nichts Konkretes dazu sagen, was nach dem Ende der Zweckbindung der Fördermittel passiert, aber er könne sich neue Aufgaben für das Zentrum vorstellen. Vielleicht geht das Zentrum neue Wege, etwa bei der Förderung neuer Handwerksbetriebe. "Ich sehe wirklich nicht schwarz für unser Gründerzentrum."
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