Hilfe beim Start ins Berufsleben

Lokales
Grafenwöhr
18.10.2015
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Die Zuwanderung von Flüchtlingen beeinflusst auch die Arbeit der Ausbildungspaten. Schon in der Vergangenheit hat das Engagement dieser ehrenamtlichen Helfer viele beeindruckt. Nun wollen sie sich auch der neuen Herausforderung mit voller Kraft stellen.

(sbü) Die Herbsttagung des Projekts Ausbildungspaten fand in der Berufsschule des St. Michaelswerks in Grafenwöhr statt. Im Mittelpunkt stand die Betreuung und Eingliederung jugendlicher Flüchtlinge. Alle Teilnehmer hatten viel über dieses Thema zu berichten, das seit wenigen Monaten als zusätzliche Aufgabe auf sie zugekommen ist.

Erst Sprachunterricht

Jeder der 18 Ausbildungspaten ist regional abgegrenzt für einzelne Schulen im Einsatz. Und überall zeigte sich dasselbe Bild: Die jugendlichen Flüchtlinge in den Abschlussklassen brauchen erst einmal Sprachunterricht, Versorgung mit Lehr- und Lernmaterial sowie umfassende Unterstützung in den Angelegenheiten des täglichen Lebens. Bedarf bestehe unter anderem an "Lernkisten mit Bildern und Namen", auch an Wörterbüchern und Schreibmaterial.

Engelbert Vollath, selbst ein Ausbildungspate und Organisator des Projekts, empfahl deshalb, bereits jetzt mit der Betreuung zu beginnen. In den vergangenen Jahren setzte die Arbeit der Paten immer erst im Laufe des Abschlussjahres der Schule ein. "Die Herausforderung wird größer", stellte Vollath fest. Ihn bewegt die Sorge, dass die Aufgabe für den einzelnen Paten eine zu große Belastung werden könne. Deshalb riet er dringend zur engen Zusammenarbeit mit Schulen, anderen Hilfsorganisationen, wie zum Beispiel dem Netzwerk Asyl in Weiden oder den Flüchtlingsinitiativen in den Regionen des Landkreises.

Hilfe beim Praktikum

Jeder Pate sollte aufgrund der individuellen Situation vor Ort über die ihm möglichen Hilfestellungen entscheiden. Schulrat Johann Hilburger lobte die Paten und dankte für deren Arbeit. "Das Schulamt steht diesem außerschulischen Ehrenamt sehr positiv gegenüber", sagte er. Dem Lob schloss sich auch Jürgen Spickenreuther als Präsident des Wirtschaftsclubs Nordoberpfalz und Vorsitzender des Vereins "Initiative Pro Ausbildung" an. Auch der Verein könne in Einzelfällen die Paten unterstützen, zum Beispiel wenn es um den Antritt einer Praktikumsstelle oder einer späteren Ausbildung gehe, sagte Spickenreuther. Handlungsbedarf sahen die Besprechungsteilnehmer auch in der Intensivierung der Kontakte mit den Übergangsklassen in den Berufsschulen.

828 Schüler

Begrüßt wurden die Ausbildungspaten durch Rektor Peter Fleischmann. Er führte auch im Rundgang durch die Ausbildungsräume der Schule. 828 Schüler zähle Grafenwöhr derzeit zusammen mit seiner Außenstelle Regensburg. Mit Stolz erwähnte der Schulleiter auch, dass im Gegensatz zu früher die weit überwiegende Mehrheit der Schüler einen Gesellenbrief erwerben würde. Darunter seien sehr viele Abschlussberufe mit sehr hohem Anspruchsniveau. Als Problem an die Adresse der Ausbildungspaten formulierte Fleischmann: "Es gibt zu viele nicht ausbildungsreife Schüler, die eine Ausbildung beginnen"
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