Hochfest Maria-Himmelfahrt würdig begangen - Dogma von Papst Pius XXII. aus dem Jahr 1950
"Auch wir sind auserwählt"

Monsignore Karl Wohlgut zelebrierte den Festgottesdienst. In seiner Predigt befasste er sich mit dem Dogma von 1950. Bild: az
Lokales
Grafenwöhr
18.08.2015
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Das Fest Aufnahme Mariens in den Himmel - gleichzeitig das Patrozinium der Alten Pfarrkirche - feierte die Pfarrei in einem Festgottesdienst. Monsignore Karl Wohlgut zelebrierte die Eucharistiefeier, begleitet vom Männergesangverein mit gemischtem Chor und Ludwig Grimm an der Orgel. Der Geistliche segnete die mitgebrachten Kräutersträußchen und das Gesteck an der Kommunionbank. Lesung und Fürbitten hatte Lektorin Martina Friedrich vorgetragen.

Die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele in den Himmel, das Dogma, das Papst Pius XXII. an Allerheiligen 1950 verkündete, bestimmte Wohlguts Predigt. Er blickte zurück in diese Zeit: Es war fünf Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Millionen zu Tode kamen, zu Krüppeln und Behinderten wurden, wo Menschenleben in Konzentrationslagern grausam und erbarmungslos mit Füßen getreten wurden. Der Papst habe mit dem Glaubenssatz zum Ausdruck bringen wollen, "vor Gott hat jeder Mensch eine unveräußerliche Würde". Es sei dies also die Verkündigung der menschlichen Würde und des menschlichen Wertes gewesen.

Im Osten Europas gehöre dieses Dogma über die Konfessionsgrenzen hinweg zum christlichen Glauben. Auf Reisen dorthin habe er sich in vielen altehrwürdigen Klosterkirchen mit von Mönchen gemalten Fresken überzeugen können. Der Prediger bilanzierte: "So feiert das christliche Volk in bunten Bräuchen und Bildern über die Konfessionen hinweg die Aufnahme Mariens in den Himmel."

Wohlgut hinterfragte dessen Sinn für unser Leben. Die Freude der Gottesmutter über ihre Auserwählung solle auch uns anstecken. Denn wir hätten allen Grund zu dieser Freude. "Auch wir sind auserwählt!" In der Taufe zu Kinder Gottes geworden, wären die Menschen dazu berufen, einmal an der Herrlichkeit Gottes teilzunehmen. Er betete: "Herr, eigentlich bin ich es nicht wert, dass du mir so viel Aufmerksamkeit schenkst. Aber ich weiß, du hast mich bei meinem Namen gerufen. Du hältst eine Wohnung für mich bereit. Erhalte mir diese dankbare Freude, so lange ich lebe."

Der Priester dankte abschließend mit einem "herzlichen Vergelt's Gott" für die Mühen um den Kirchenschmuck von Irmgard und Siegfried Wolf, sowie dem Chor, der durch seinen Gesang "zu unserer Freude und zur Ehre Gottes" den Festgottesdienst mitgefeiert habe. Mit einem kräftigen Applaus dankten ihrerseits die Gläubigen.
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