In der Kasse klafft ein Loch

Auf verhaltenen Zuspruch stieß die Jubilarehrung. Trotz persönlicher Anschreibung folgten nur sechs Mitglieder der Einladung. Die Aufnahme zeigt (von links) Vorsitzender Thomas Reiter, Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Mark, Fritz Hammer (50 Jahre), Bürgermeister Edgar Knobloch, Herbert Wolf (50 Jahre), Herbert Barth (40 Jahre), Hildegard Jagenlauf (25 Jahre), Edgar Baier (40 Jahre), Gisela Zechmayer (50 Jahre) und Stadtpfarrer Bernhard Müller. Bild: vl
Lokales
Grafenwöhr
12.11.2014
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Allein von der Tagesordnung her, wirkte die Jahreshauptversammlung der SV TuS/DJK Grafenwöhr wenig spektakulär. Eine Fußball-Nationalspielerin sorgte für eine positive Meldung. Während Probleme bei den Finanzen der Veranstaltung aber doch Zündstoff verliehen.

Für Diskussionsstoff sorgte das plötzliche Aus des ehemaligen Sportparkpächters. Die Mitglieder wollten wissen, warum man dem schleichenden, aber offensichtlichen Prozess solange tatenlos zugesehen habe. Mittlerweile bewegten sich die offenen Forderungen an den Pächter im fünfstelligen Bereich. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt das Kiosk-Team um Petra Geuss die Bewirtung der Sportler. (Seite 25)

Einen umfangreichen Kassenbericht präsentierte Erika Meiler. Am Ende ihrer Ausführungen stand ein Fehlbetrag für das Geschäftsjahr 2013 von rund 27 000 Euro zu Buche. Kassenprüfer Edgar Baier, der mit seinem Kollegen Herbert Benkhardt die einzelnen Buchungen geprüft hatte, bescheinigten der Kassiererin eine einwandfreie Arbeit. Edgar Baier beruhigte zugleich die Mitglieder angesichts der Negativzahlen. "Der Verein wird dadurch keinen Schaden nehmen." Fakt sei allerdings, dass die SV nicht jedes Jahr ein Minus dieser Größenordnung stemmen könne. Ursache für das finanzielle Loch seien der gestiegene Stromverbrauch sowie rückständige Mieteinnahmen.

Rückzahlung

Vorsitzender Thomas Reiter nutzte die Gelegenheit, Roland Meißner für die Unterstützung seiner Nachfolgerin, Rudi Neun für die Verwaltung der steuerlichen Belange sowie Jutta Carrington für die Hilfe in sämtlichen Rechtsfragen zu danken. Reiter ergänzte die Ausführungen der Kassiererin mit dem Vermerk, dass die größten Ausgabenposten der Unterhalt des Sportparks mit seinen diversen Versicherungen, Betriebskosten wie Strom, Heizung und Wasser, die Brandmeldeanlage, jährliche Wartungsarbeiten, der Unterhalt der Plätze, die Reparaturarbeiten am Gebäude und die Rückzahlung eines Darlehens an den Bayerischen Landessportverband (BLSV) bilden.

Reiter betonte in seinem Rechenschaftsbericht, dass die meiste Energie der Mitglieder in den Unterhalt des Geländes und der Gebäude investiert werden musste. Er bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern, die ihre Freizeit opferten, um den Sportpark in einem tadellosen Zustand zu präsentieren. Die finanziellen Mittel zum Erhalt der Sportanlage, des Haupt- und Nebengebäudes sowie zur Anschaffung diverser Gerätschaften erwirtschaftete die SV mit Großveranstaltungen wie Rosensamstagsball, italienischer Nacht und Sportlerball, wobei dieser unter Leitung des Fördervereins steht.

Als wichtigstes und zukunftsträchtiges Gut bezeichnete Reiter die Jugendarbeit, die seit jeher einen hohen Stellenwert bei der Sportvereinigung genießt. "Den Abteilungsleitern, Trainern und Betreuern kann für ihren ehrenamtlichen Einsatz nicht genug gedankt werden", sagte der Vorsitzende. An dieser Stelle wünschte Reiter dem Judo-Spartenleiter Willi Bauer nach dessen schwerer Operation beste Genesungswünsche.

Dass die Jugendarbeit Früchte trägt, zeige das Beispiel der Fußballerin Michaela Specht. Sie wechselte im Juli 2013 in die zweite Damenmannschaft des FC Bayern München. Im Sommer 2013 wurde sie mit der U 17-Nationalmannschaft Europameisterin. Bis zum Wechsel nach München spielte Michaela Specht in den Jugendmannschaften der SV. Für die vorbildliche Jugendarbeit erfolgt am 14. November in Nürnberg eine Scheckübergabe durch den Deutschen Fußballbund (DFB) in Höhe von 5750 Euro für die Länderspiele Spechts.

Stadtpfarrer Bernhard Müller und Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Mark dankten in ihren Grußworten den Aktiven im größten Verein des Stadtverbandes für ihren unentgeltlichen Einsatz. Auch sie betonten, dass das Hauptaugenmerk weiterhin der Jugendarbeit gelten muss. Bürgermeister Edgar Knobloch überbrachte die Grüße der Stadt. Er bezeichnete die Sportvereinigung mit rund 1200 Mitgliedern als das Aushängeschild der Stadt. Dass die SV mit der Zeit gehe, bewiesen zwölf Sparten, wo sich jeder wiederfinden könne. Aktive Jugendarbeit sei dabei nicht nur ein Mehrwert für einen Verein, sondern Jugendliche würden auch Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Pflichtbewusstsein lernen.

Sportler-Kirwa

Tobias Reiter stellte die neue Homepage der Sportvereinigung vor. Er bat die Spartenleiter, ihn mit Informationen zu versorgen, um die Webseite mit Leben zu füllen.

Zum Abschluss der Versammlung gab der Vorsitzende zwei Termine bekannt. So findet der Sportlerball des Fördervereins am 24. Januar in der Stadthalle statt. Die italienische Nacht ist für den Samstag nach dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest terminiert. Nachdem der Rosenmontagsball 2015 eine Pause einlegen wird, ist für den 19. September eine Sportler-Kirwa geplant.
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