Internet für jedes Klassenzimmer

Erinnerungen an die "gute alte Zeit" weckte bei den Mitgliedern des Stadtrates der Besuch in der Grund- und Mittelschule. Zu den "Schulbankdrückern" gesellte sich "Klassenlehrer" Edgar Knobloch. Bilder: do (2)
Lokales
Grafenwöhr
05.11.2015
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Derzeit gibt's Feines auf dem Markt der interaktiven Technik in den Schulen, sagt Konrektor Thomas Schmidt. Sogenannte White-Boards revolutionieren den Unterricht. In die neuen Klassenzimmer kommt das Internet. 17 dieser elektronischen Tafeln sollen installiert werden. Der nächste digitale Tsunami lockt schon.

Noch ist die Sanierung der Grund- und Mittelschule nicht beendet, da werden die digitalen Hilfsmittel zum Lernen, Entdecken und Spielen schon wieder in Frage gestellt. Für die interaktive Methodik diskutieren die "Bildungsmacher" neue Techniken. Das vermeintlich Modernste ist schon wieder Schnee von gestern. Schon lange ist die Kreidetafel out. Auch die schweren Ranzen sind bald Vergangenheit. Computer verdrängen Schulbücher.

Große weiße Tafeln, auf denen man digital schreiben, surfen, projizieren, mailen und vieles mehr kann, sind in. Vorbei sind deshalb auch die Zeiten der Videorekorder. Zu den neuen Unterrichtsmaterialien gehören Smart-, Active- oder White-Boards. Kaum installiert oder noch in Planung, verfliegt die Begeisterung für diese digitalen Tafeln. Neues didaktisches Potenzial lässt die allwissenden weißen Bildschirme in den Hintergrund treten, berichtete Konrektor Thomas Schmidt dem Stadtrat bei einem Ortstermin in der Grund- und Mittelschule.

Gegenseitige Schülerhilfe

Staunend hörten Bürgermeister Edgar Knobloch und der Stadtrat nach einem kurzen Rundgang durch den Baustellenbereich der Volksschule von den neuen Möglichkeiten des selbstständigen Lernens mit moderner Pädagogik. Organisierte Partner- und Gruppenarbeit und die individuelle Förderung ist die Zukunft modernen methodischen Unterrichtens. "Schüler sollen sich gegenseitig helfen", sagte Schmidt schon einmal über neue Lernziele. Der stellvertretende Schulleiter und Lehrkraft Iris Eckert unterrichteten den Rat über neue Lehrpläne und die damit verbundene Internetausstattung der nächsten Generation.

An einem bereits installierten Smart-Board erläuterten Schmidt und seine Kollegin die Online-Möglichkeiten der aktuellen White-Board-Version. Diese erscheint derzeit als das Maß fortschrittlicher Computerausstattungen. Doch die Zukunftsmusik klingt anders. Bisher unvorstellbar, sollen Smartphone, Tablet oder gar Laptop in den Klassenzimmern nicht nur erlaubt, sondern Voraussetzung für interaktives Lernen sein, prophezeite der Konrektor. "In einigen Jahren könnte diese Revolution schon Schule machen". Schmidt schätzt diese Entwicklung als realistisch ein: mit festinstallierten Kameras, hochauflösenden Monitoren, Beamern und einer modernen PC-Ausstattung in den Klassenzimmern.

Noch sind aber die White-Boards das Nonplusultra in den Bildungseinrichtungen. Iris Eckert informierte das Gremium über die Ausstattungslinien dieses computergestützten Unterrichts. Dazu seien in einigen Klassenzimmern Nachrüstungen einschließlich weiterer Kabelkanäle notwendig. Ein Internetanschluss in jedem Klassenzimmer gehöre heute zu jeder modernen Grundausstattung, ergänzte der stellvertretende Schulleiter. Schule und Rathaus schätzen die Investitionen in die Computer-Ausstattung auf zirka 100 000 Euro. "Keine leichte Entscheidung für den Stadtrat", wie der Konrektor auch mit Blick auf die interaktiven Zukunftslösungen bemerkte.

Auf Erfahrungen setzen

Bürgermeister Knobloch empfahl dem Gremium angesichts der sechsstelligen Kosten: "Lassen wir die Wünsche der Pädagogen erst einmal setzen." Grundsätzlich gelte auch für das Grafenwöhrer Bildungszentrum: "Neue Schule, neue Medien." Gerald Morgenstern (CSU) mahnte zur Vorsicht: "Bei neuen Lernmethoden- und Konzepten müssen wir nicht unbedingt die Vorreiterrolle übernehmen." Deshalb empfahl dritter Bürgermeister Udo Greim (SPD), vor einer Entscheidung des Stadtrates auf Erfahrungswerte anderer Schulen zurückzugreifen. Auch vom Bayerischen Kultusministerium erwartet das Gremium für die Sachaufwandsträger der Grund- und Mittelschulen beratende Hilfestellung.

Auch die Neumöblierung der Mittelschule gehört zu den künftigen "Lern-Landschaften" der Bildungsstätte. Zur Raumgestaltung wird der Stadtrat auf Vorschlag der Schulleitung einen professionellen Berater beauftragen. Angebote für diese Beratungsleistungen werden eingeholt.
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