Jagdpächter in Grafenwöhr üben heftige Kritik
Autofahrer im Visier

Lokales
Grafenwöhr
30.03.2015
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Heinrich Schultes, hatte bei der Jagdversammlung (wir berichteten) einiges zu bedauern. Der neue Jagdpächter klagte über zu schnell fahrende Autos, Hundebesitzer und Spaziergänger. Fünf Rehe fanden auf der Straße den Tod. Besonders gefährlich sei der Bereich Geismannsiedlung.

Zur Strecke gebracht habe er zwei Wildschweine und eine Wildente. Kritik übte Schultes auch an den überhandnehmenden Zäunen in seinem Revier. Diese reduzierten die jagdbaren Flächen. Hier widersprach allerdings Jagdgenosse Reinhard Wiesent. Die Einzäunungen gegen Verbissschäden seien sinnvoll und notwendig um den angestrebten Waldumbau voranzubringen, erklärte der Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung. Sobald die Bäume nicht mehr gefährdet sind, würden die Zäune abgebaut. "Dann sind meine neun Jahre Pachtzeit aber abgelaufen", entgegnete Schultes. Er bedauere außerdem, dass Autofahrer das Wild auch im Wald stören. Auch freilaufende Hunde seien ein Problem, obwohl die Stadt das Anleinen vorschreibt. Pächter Thorsten Beierlein berichtete von seinem ersten Jagdjahr für den Jagdbogen West. Quasi in jedem Maisfeld habe es Probleme mit Wildschweinen gegeben. Insgesamt habe man 18 Stück erlegt. Wildschäden seien vertragskonform bezahlt worden. Geschossen wurden zudem ein Hirschkalb, 17 Enten, 13 Füchse, ein Dachs, 28 Krähen und eine Elster.

Dank sprach Beierlein den Bauern aus für ihre Kooperation bei der Suche nach Rehkitzen zur Mahd. Um noch erfolgreicher agieren zu können, werde ein sogenannter "Wildretter", ein Sensor, angeschafft. Auch er sprach Probleme mit Hunden an, besonders am Netzaberg. "Hier ist die Vernunft der Hundebesitzer gefragt."

Auch Beierlein stören Autos auf Feldwegen zur Nachtzeit. Besonders schlimm sei es im "Katzenwinkel". Bei Bürgermeister Edgar Knobloch regte er ein Sperrschild an. Jagdvorsteher Reinhard Kraus meinte dennoch: "Die Grafenwöhrer Jagd ist eine schöne Jagd." Beierlein: "Das möchte ich bestätigen." Vor der Versammlung gab es ein Rehessen.
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