Keine Schule ist gefeit

Lokales
Grafenwöhr
17.10.2014
1
0

Internetkriminalität nimmt zu. Gewaltvideos und Pornografie gibt es in Hülle und Fülle. Selbst wenn gewisse Seiten in Deutschland verboten sind, findet man diese im World Wide Web. Wie kann man seine Kinder davor schützen?

Dieser Fragen ging Kriminalhauptkommissarin Stefanie Carrera von der Kriminalpolizei Weiden bei einem Vortrag in der Grundschule nach. "Das Interesse an Informationen ging aus einer Umfrage bei den Eltern hervor", erklärte Sozialpädagogin Katharina Groß, die Carrera daraufhin einlud.

"Der regelmäßig Konsum von Pornos vermindert die Intelligenz und es gibt keine Schule mehr, die davor verschont wird", ist sich Rektor Gerhard Götzl sicher. Bereits Acht- bis Neunjährige würden Pornografie anschauen. Ein weiteres Problem sei die Tatsache, dass Personen ohne Erlaubnis ins Netz gestellt werden. Andererseits sei ein Smartphone für Schüler durchaus eine Chance, das Lernen zu erleichtern. "Aber es stellt sich die Frage, ob man Kindern im Alter von neun bis elf Jahren bereits ein Smartphone schenken soll", warnte Götzl.

"Fest steht, dass jedes zweite Kind von sechs bis zwölf Jahren ein Smartphone besitzt", berichtete Carrera. Für ein Handy gebe es kein geregeltes Einstiegsdatum. Verbote seien aber sinnlos. Die Hauptkommissarin legte den Eltern ans Herz, sich intensiv dafür interessieren, was ihre Kinder an Daten auf dem Handy haben. Schließlich könne man es ihnen nicht verbieten, online zu gehen. Die Seiten und Links über Magersucht, Suizid, Rechtsextremismus, Pornografie und Gewalt könne man nicht ausschalten. Ganz vorsichtig müsse man bei "Happy Slapping" sein. "Diese Gewaltdarstellungen, bei denen jemand filmt, wenn ein anderer misshandelt wird, sind ein Fall für die Polizei und den Staatsanwalt", bekräftigte die Referentin.

Carrera ging auch auf "Facebook" ein, wo privat eigentlich nicht mehr privat ist, denn alle Daten sind gespeichert und leicht über "Google" zu finden. "Profillöschung heißt nicht Datenlöschung", betonte sie. Die Eltern sollten ihre Kinder über Datenschutz und Urheberrechte aufklären und sicherstellen, dass sie nachprüfen können, wo ihre Zöglinge surfen. "www.klicksafe.de" sei zum Beispiel ein guter Link für Eltern von Grundschulkindern.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.