Kinder besuchen Bürgermeister Edgar Knobloch im Rathaus mit Liste von Fragen
Gefängnis im Keller

Dass Grafenwöhr auf Grafen und eine Halbinsel zurückgeht, erfuhren einige Schulkinder von Bürgermeister Knobloch, als sie ihn im Rathaus mit Ines Gutt, Leiterin des Kinderhauses Kunterbunt, besuchten. Bild: rgr
Lokales
Grafenwöhr
19.02.2015
15
0
Fünf Mädchen und zwei Buben lernten auch in den Ferien: Was bedeutet eigentlich der Ortsname Grafenwöhr? Und wie alt ist das Rathaus? Die Kinder der Schulkindergruppe der evangelischen Kindertagesstätte stellten Bürgermeister Edgar Knobloch bei ihrem Besuch im Rathaus viele Fragen.

Zusammen mit der Kita-Leiterin Ines Gutt durften die Kinder einen Blick in das Bürgermeisterzimmer werfen und im Sitzungssaal des Rathauses Platz nehmen, wo normalerweise die Stadträte Entscheidungen für die Stadt treffen.

Amerika später entdeckt

"Wie alt ist denn eigentlich das Rathaus?", wollten die Kinder wissen. "Schon sehr alt. Als Amerika 1492 entdeckt wurde, stand das Rathaus schon 30 Jahre, es wurde im Jahr 1462 erbaut", wusste Knobloch. "Wenn ihr schon zur Schule geht, könnt ihr das Alter bestimmt selbst ausrechnen", forderte er seine jungen Gäste auf. Aber die konterten: "Wir haben Ferien." Das Rathaus sei damit Hundert Jahre älter, als zunächst angenommen. "Erst bei der Renovierung des Hauses in den 80er Jahren wurde in der Giebelspitze die Jahreszahl 1462 entdeckt. Es sei als Markthaus gebaut worden. "Im Keller war ein Gefängnis und oben im Ratszimmer ein Wirtshaus mit einem Tanzsaal. Danach wurde es zum Schulhaus", informierte der Bürgermeister. Die Sandsteinwände sind originalgetreu erhalten geblieben. Auch über die Grundaufgabe des Bürgermeisters wurde in dieser speziellen "Schulstunde" kurz gesprochen: "Der Bürgermeister muss für die Bürger und Kinder da sein. Somit ist die Bevölkerung der Chef des Bürgermeisters", erklärte Knobloch.

Ein Graf und eine Halbinsel

Der Name "Grafenwöhr" geht auf die Grafen von Leuchtenberg zurück. "Wöhr" kommt aus dem Altdeutschen und bedeutet "Halbinsel". Damit die Kinder es besser verstehen konnten, zeigte Knobloch auf das Bild von Werner Meiler, das dieser 1965 gemalt hat. Dort schlängelten sich die beiden Flüsse Thumbach und Creußen durch Grafenwöhr. Ein anderes Bild im Sitzungssaal zeigt die Bombardierung Grafenwöhrs, das Norbert Richter "Skrobinhusen" 1986 als Ölbild anfertigte.

Zum Dank überreichte Clarissa Parzefal dem Bürgermeister abschließend eine Collage, bei dem Fotos von Grafenwöhr und dem gemalten Rathaus sowie die Schulkinder abgebildet sind.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.