Kistenweise Stadtgeschichte

Die Arbeit für die Mitglieder des Heimatvereins um Vorsitzenden Wilhelm Buchfelder (Bild) reißt nicht ab. Neben vielen eigenen Veranstaltungen müssen bis zur Eröffnung im Herbst die Arbeiten im Museum abgeschlossen sein. Bild: mbi
Lokales
Grafenwöhr
24.01.2015
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Vollgestopft mit Terminen und Aktionen war der 2014 des Heimatverein-Kalender. Vorsitzender Wilhelm Buchfelder war sich in der Jahreshauptversammlung sicher: 2015 wird nicht weniger Arbeit bringen.

"Das neue Konzept für unser Museum forderte uns stark", sagte Wilhelm Buchfelder vor rund 70 Mitgliedern im Hotel zur Post. Auf die beliebten Ausflugsfahrten oder das Backofenfest musste dennoch nicht verzichtet werden. Nach einer Gedenkminute für die elf im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieder und dem Protokoll von Schriftführerin Angela Biersack begann Buchfelder mit seinem Rechenschaftsbericht. Obwohl weder Sonderausstellungen noch Großveranstaltungen anstanden, sei es nie langweilig geworden. Hunderte Arbeitsstunden mussten in das neue Konzept und die Museumsumgestaltung eingebracht werden.

Teile der "Dora"

Neben der Umlagerung, Sichtung und Reinigung von Exponaten stand zu Pfingsten eine abenteuerliche "Bergungsaktion" an. Zwei Sondengänger hatten Teile des im Raum Metzenhof gesprengten Eisenbahngeschützes "Dora" aufgespürt. In einer Nacht- und Nebelaktion konnte ein Teil des Verschlusses mit Rohr geborgen werden. Dieses Exponat wird künftig mit einem Modell des Geschützes (Leihgabe Firma Seemann Metalltechnik GmbH & Co KG, Kirchenthumbach) die Militärabteilung aufwerten.

Weiter erinnerte der Redner an den Ostermarkt im Innenhof des Kastenhauses zusammen mit den Grafenwöhrer Schnitzern, den Klöppelfrauen und zwölf Fieranten, das Schmücken des Osterbrunnens und das Backofenfest, das förmlich überrannt worden sei. Viel zu früh habe es damals geheißen: "Ausverkauft, wir haben leider nichts mehr!" Dieser Mangel werde in diesem Jahr abgestellt, versprach Buchfelder. Beim Umwelttag der Stadt leistete die Bundeswehr mit den Arbeitern des Städtischen Bauhofs wertvolle Arbeit auf dem Schönberg. Mit der Bücherei St. Michael beteiligte sich der Heimatverein mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen beim Waldkinderfest.

Trauungzimmer eingerichtet

Auf Einladung Albert Rupprechts verbrachten 25 Mitglieder ein Wochenende in Berlin. Weiteres Ausflugsziel war Augsburg mit einem Abstecher in die Fuggerei und ins Museum der Augsburger Puppenkiste. Im Gewölbe des Kastenhauses wurde auf Wunsch von Bürgermeisters Edgar Knobloch ein Trauungszimmer eingerichtet. Die Katholische Theatergruppe nutzte den Innenhof für die Aufführung des Stückes "Der Gockelkrieg". In der ehemaligen Bauernstube gab es ein Helferfest als Dankeschön für rund 1100 Arbeitsstunden.

Im Herbst lud man in die Stadthalle zum Handwerker- und Klöppelmarkt ein. Unter der Leitung von Angela Biersack und Doris Baumann bastelten Kinder beim Adventsmarkt im Museum Holzengel und Schmuck. Kurz vor Jahreswechsel bot Alexander Kneidl vom Fotohaus Spahn dem Heimatverein sein Archiv als Schenkung an. Die Kisten voll mit Fotos, Negativen und Glasplatten seien Zeitdokumente der Stadtentwicklung und des Truppenübungsplatzes. Das Material gelte es nun zu sichten, zu ordnen und zu archivieren.

Buchfelder dankte den vielen fleißigen Helfern, ohne die ein solches Jahr nicht zu stemmen gewesen wäre. Stellvertretend nannte er Reinhold Müller, der sich für keine Arbeit zu schade sei und gute Ideen beisteuere. "Vergelt's Gott" sagte der Vorsitzende an Bürgermeister Knobloch und dessen Vorgänger Helmuth Wächter sowie der Verwaltung, stellvertretend Charlotte Goller und den Mitarbeitern des Bauhofteams mit Vorarbeiter Richard Sier. Schwerpunkt 2015 ist im Herbst die Neueröffnung des Museums. Zusätzlich stehen Veranstaltungen wie das Backofenfest, Ostermarkt und Ausflugsfahrt auf dem Programm. Zum Abschluss gab Monsignore Karl Wohlgut eine Leseprobe aus seinem Buch "Heimat Grafenwöhr" zum Besten.
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