Kunst und Kräuter

Die Grafenwöhrer kamen aus dem Staunen kaum mehr heraus. In Waldsassen besichtigten sie die Stiftsbibliothek sowie den Kloster- und Naturerlebnisgarten. Bild: az
Lokales
Grafenwöhr
07.10.2014
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"Hat's eich denn gfalln?", fragte Elisabeth Gottsche auf dem Heimweg im Bus. "Ja, sehr", kam es unisono zurück. Zufriedenheit auf der ganzen Linie.

Der Seniorenausflug nach Waldsassen brachte mit Informationen und Geselligkeit allen etwas. Die Kooperation von Mehrgenerationenhaus und evangelischer Gemeinde war gelungen. Das wiederum freute die Organisatoren, Quartiermanagerin Elisabeth Gottsche und Stadtrat Karlheinz Wächter, den Seniorenbeauftragten der Stadt.

Zunächst war Staunen angesagt. Obwohl mehrere Teilnehmer die Stiftsbibliothek der Zisterzienserabtei schon kannten, lassen sich in dieser "Schatzkammer" - sie zählt zu den wichtigsten in Süddeutschland - immer wieder neue Details entdecken. So gehörten die Grafenwöhrer zu den rund 100 000 Besuchern, die jährlich dorthin pilgern, um die Bildhauerarbeiten des Waldsassener Künstlers Karl Stilp zu bewundern.

Die zehn geschnitzten Holzfiguren stützen mit ihren Schultern nicht nur die Empore des Bibliotheksaals. In ihren unterschiedlichen Gesten, Mimiken, Haltungen bringen sie alle Facetten menschlichen Hochmuts wie Einfalt, Ironie, Heuchelei oder Ignoranz zum Ausdruck. Dem großen Zisterzienserheiligen Bernhard von Clairvoux sind die vier prächtigen Deckengemälde mit Szenen aus dessen Leben gewidmet. Abt Eugen Schmid hatte diese Bibliothek von 1724 bis 1726 ausgestattet.

Szenenwechsel dann in der Umweltstation des Kloster- und Naturerlebnisgartens. Hier erhielten die Besucher von Kräuterführerin Petra Stark Informationen aus der Schatzkammer von Mutter Natur. Wobei hier zu wandeln und zu verweilen weitaus mehr Zeit nötig gewesen wäre als zur Verfügung stand. Immer wieder riet die Expertin, mit wachen Augen durch Gottes wunderbare Schöpfung zu gehen und die verschiedenen Wildkräuter zu nutzen. Wir auf dem Land, so Stark, würden uns in der glücklichen Lage befinden, dass das Meiste, was wir für unsere tägliche Gesundheit bräuchten, ganz in der Nähe wachse. Durch ihre überzeugende Art beim Erklären von Heilkräutern mit Ausrichtung auf die Weisungen der heiligen Hildegard von Bingen, weckte sie richtig Lust, sich aus dem reichen Angebot zu bedienen. So verwies sie unter anderem auf die positive Wirkung von Thymian, Salbei, Petersilie, Majoran, Brennnessel, Giersch, Beinwell, Kapuzinerkresse, Fenchel, Ysop, Holunder, Ringelblumen und vielen mehr. Gesellig ging es schließlich zu in Falkenberg in den urigen Räumen beim "Wolfadl" bei einer zünftigen Brotzeit.
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