Letzte Ehre für Ehrenobermeister

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Lokales
Grafenwöhr
13.04.2015
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Jahrelang hat er auf den Köpfen der Grafenwöhrer seine Spuren hinterlassen, aber nicht nur dort. Am Samstag nahmen Familie, Freunde und Vereine Abschied von Friseurmeister Rudolf Stohr.

"Der Friseur- und Innungsmeister hat seinen Beruf über alles geliebt", betonte Monsignore Karl Wohlgut im Trauergottesdienst. Als Obermeister der Friseurinnung Nordoberpfalz setzte sich Rudolf Stohr für die Ausbildung der Lehrlinge und im Meisterprüfungsausschuss ein. Trotz zahlreicher Ehrungen, wie dem Titel "Ehrenobermeister" und mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland sei der 79-Jährige zwar selbstbewusst, aber bescheiden geblieben. "Gekannt hat man ihn mit einem verschmitzten Lächeln", weiß Wohlgut, der mit ihm eine lange Zeit die Schulbank gedrückt hat. Ein schwerer Verlust war für Rudolf Stohr der Tod seiner Gattin im Jahr 2000, mit der er 38 Jahre verheiratet war. Er erhielt von Sohn Andreas und Tochter Michaela sowie den Enkelkindern Rückhalt. Sein ganzer Stolz war Urenkel Lukas. Am Ostermontag starb Rudolf Stohr.

52 Jahre Schützen-Mitglied

"Er ist den guten Weg vorausgegangen. Das Licht der Osterkerze sagt uns: Selbst wenn wir sterben, gehen wir dem Licht entgegen, weil Jesus auferstanden ist", tröstete der Ruhestandspfarrer. Am offenen Grab nahmen zahlreiche Schützen der Königlich-privilegierten Feuerschützengesellschaft Hubertus 1888 Abschied von dem Mitglied. "Unser Schützenbruder Rudi gehörte 52 Jahre unserer Gesellschaft an und wurde dafür im Jahr 2013 mit dem goldenen Ehrenzeichen des Bayerischen Schützenbundes ausgezeichnet", betonte erster Schützenmeister Bernhard Ott.

Als aktives Mitglied gehörte er von 1971 bis 1998 dem Gesellschaftsausschuss an. 1978 errang er die Königswürde. Er wurde mit dem Protektoratsabzeichen, der Ehrennadel Gold - Rot des BSSB, der kleinen und der großen silbernen Verdienstnadel des Oberpfälzer Nordgaus sowie dem kleinen goldenen Verdienstabzeichen des Bezirks ausgezeichnet. Auch bei den Schützenfesten wirkte er mit. Für seine Arbeit sagte ihm Ott ein herzliches Vergelt's Gott.

"Das öffentliche Leben hat Rudolf Stohr von 1978 bis 1984 als Stadtrat mitgeprägt. In dieser Zeit wurde die Stadthalle gebaut. Mit seinem Weitblick hat er sich für die Belange der Betriebe und Unternehmen eingesetzt. Dafür spreche ich ihm im Namen der Stadt meinen Dank aus", sagte zweite Bürgermeisterin Anita Stauber. Auch der Ortsvorsitzende der CSU Gerald Morgenstern bedankte sich bei Stohr für die Zeit, die er in die CSU investiert habe: "Er kam 1972 in den Vorstand und war von 1975 bis 1981 stellvertretender Ortsvorsitzender."

Dank aus allen Richtungen

Alexander Richter sprach als Vorsitzender der Feuerwehr die 36 Jahre an, in denen Stohr die Wehr als förderndes Mitglied unterstützte. Im Namen des Fußballclubs Kaltenbrunn bedankte sich Vorstand Josef Pritzl für 29 Jahre, in denen Stohr Mitglied war. Dankesworte kamen auch vom Ehrenmitglied der Friseurinnung Nordoberpfalz, Georg Zeller. Stohr war 25 Jahre lang Innungsobermeister.
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