Licht sein für andere

Lokales
Grafenwöhr
20.12.2014
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"Laut und hektisch is worn, die staade Zeit. Ruhe und Besinnlichkeit sind zu Fremdwörtern geworden", klagte Heimleiterin Martina Günther. Auch BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Rath hatte bei der Feier im BRK-altenheim gmünd etwas zu bedauern.

"Der Glaube an unseren Herrn Jesus Christus ist nicht mehr selbstverständlich. Aber Santa Claus, der Weihnachtsmann, ist allgegenwärtig." Rath bezeichnete diese aus Amerika importierte Figur als "rotes Ungetüm". Das Christkind, das schon viel länger auf der Welt sei, drohe dagegen fast zu verblassen.

Die Bewohner und auch die Pflegekräfte sowie die Heimleitung des Seniorenwohnheims Gmünd sollten auf Weihnachten eingestimmt werden. Dabei gab es auch kritische Töne. Der Männergesangverein 1890 mit gemischtem Chor sorgte für die Musik. Nachdenkliches steuerten BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Rath, Günter Hohn und Heimleiterin Martina Günther bei.

"Weihnacht, Fest der Freude. Christ, der Retter, der ist da" sang der Chor. In einem anderen Lied war von Kinderträumen und Lichterbaum die Rede und davon, dass sich die Christen freuen dürfen. Martina Günther freute sich an diesem vorweihnachtlichen Nachmittag ebenfalls, denn sie erhielt finanzielle Zuwendungen vom deutschen DAGA-Präsidenten Helmuth Wächter sowie von der örtlichen CSU und der SPD.

Obwohl es für CSU-Stadtrat Josef Neubauer nichts Neues war, das Seniorenheim kurz vor Weihnachten zu besuchen, weil er dies schon seit 1975 praktiziert, war es heuer doch etwas Besonderes. Als dienstältester Stadtrat sei er der "vierte Bürgermeister", der diesmal die Grüße der Stadt überbringen durfte und eine gesegnete Weihnacht wünschte.

Für SPD-Vorsitzenden Thomas Weiß bedeutete der Besuch eine Premiere. "Ich wünsche den Bewohnern Frieden; denn es gibt schon zuviel Unruhe auf der Welt." Der Heimleitung dankte er für ihr Engagement. Helmuth Wächter sprach dem Personal ein herzliches Vergelt's Gott für den Einsatz zum Wohl der Bewohner aus.

Der Männergesangverein erfreut seit Jahrzehnten die Bewohner mit Advents- und Weihnachtsliedern. Vorsitzender Günter Hohn hatte zudem eine besinnliche Geschichte dabei, die von einem Gespräch zwischen einem Zündholz und einer Kerze handelte. Das Zündholz hatte den Auftrag, die Kerze anzuzünden, was der aber gar nicht recht war.

Ein Lächeln schenken

Das Zündholz aber sagte: "Willst du dein Leben lang kalt und hart bleiben?" Das Geheimnis der Berufung sei es, ein Feuer zu entfachen, damit es leuchtet und Wärme schenkt. Die Kerze geht nicht verloren, wenn du dich verzehrst. "Jeder kann ein kleines Lichtlein sein und anderen ein Lächeln schenken", meinte Hohn.
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