Mauerfall und Terror

Dritter Bürgermeister Udo Greim gedachte aller Opfer von Krieg und Gewalt.
Lokales
Grafenwöhr
17.11.2015
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Die Stadt begeht den Volkstrauertag und blickt zurück. Auch die schrecklichen Ereignisse vom Wochenende bleiben nicht unerwähnt.

(rgr) Am Sonntag war nicht nur ein Gedenktag für die Opfer von Krieg und Gewalt, sondern auch ein Tag des Nachdenkens, was wir heute für Freiheit und Menschlichkeit auf der Welt tun können. In seiner Gedenkrede am Kriegerdenkmal, an dem sich die Stadt mit ihren Vereinen und Verbänden versammelt hatte, erinnerte dritter Bürgermeister Udo Greim an die Berliner Mauer, die fast drei Jahrzehnte lang ein Zeichen der Unterdrückung, Gefangenschaft des Überwachungsstaates und eine ständige, implizite Androhung von Gewalt war.

"Der Mauerfall vor 25 Jahren hingegen symbolisiert Frieden, das Zusammenwachsen der Völker und die Bereitschaft der Bevölkerung, ein Land wieder gemeinsam und vor allem friedlich zu vereinen", betonte Greim. Er erinnerte an die Bilder am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße. "Es sind Momente in unserer Geschichte, die uns Hoffnung geben und auf die wir stolz sein können." Bei seinem Berlinbesuch habe er die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen besichtigt. "Es hat mich tief beeindruckt, dass ehemalige Insassen der Untersuchungshaftanstalt dort Führungen anbieten, obwohl viele ehemalige Stasi-Mitarbeiter immer noch dort in direkter Umgebung wohnen."

Unmenschliche Terroristen

"An diesen Menschen können wir uns ein Beispiel nehmen, denn sie konnten Kränkungen und Gewalt überwinden und Versöhnung somit tatsächlich leben", erklärte Greim. Trotzdem seien ein friedliches und gewaltfreies Miteinander keineswegs selbstverständlich. "Der Krieg der Kurden gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat findet unmittelbar vor den Toren Europas statt. Afghanistan ist noch lange nicht befriedet, im Irak sind Bombenanschläge Tagesgeschäft, Syrien ist ein Hexenkessel der Gewalt und in den afrikanischen Staaten brennen die Lunten an den Pulverfässern", führte Greim vor Augen.

Ganz aktuell müssten wir zur Kenntnis nehmen, dass durch unmenschliche Terroristen in Paris unschuldige, friedliche Menschenleben ausgelöscht wurden. Dazu komme das Flüchtlingsproblem, von der die Vereinten Nationen von der größten Flüchtlingskatastrophe des 21. Jahrhunderts sprechen. Dies bedeute eine große Belastung für die Bevölkerung. Greim sagte: "Aber haben wir nicht nach dem Zweiten Weltkrieg eine viel größere Belastung bewältigt?" Auch wir seien froh gewesen, dass uns damals unsere amerikanischen Freunde, mit denen wir heute friedlich und freundschaftlich verbunden sind, geholfen hätten.

"Sind wir schon wieder so weit, dass wir Mauern und Stacheldrahtzäune errichten?", fragte Greim. Geschichte könne man nicht umschreiben, aber man könne aus der Geschichte lernen. "Man muss es nur wollen. Sehen wir diesen Gedenktag als friedliche Demonstration für ein friedliches Mit- und Nebeneinander", forderte der dritte Bürgermeister, der auch den Menschen aller Staaten gedachte, die durch Kriegshandlungen gestorben sind.

Kranz zum Gedenken

Für die Stadt Grafenwöhr legte er einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder, genauso wie Oberstleutnant Anton Kussinger für den DMV (Deutschen Militärischen Vertreter), Colonel Mark A. Colbrook als amerikanischer Vertreter sowie die Vertreter der US-Veteranen. Der Männergesangverein 1890 mit gemischtem Chor gestaltete die Gedenkfeier. Monsignore Karl Wohlgut betete für die Opfer beim Gedenkgottesdienst.
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