Mütze aus Reinigungsdocht

Lokales
Grafenwöhr
14.03.2015
9
0

Mit rußgeschwärztem Gesicht meldete sich Albert Rupprecht zur Stelle. Der Bundestagsabgeordnete wurde in den Kreis der Kanoniere aufgenommen. In Grafenwöhr feuerte er beim Artilleriebataillon 131 einen Schuss aus der Panzerhaubitze 2000 ab.

Maßgeblich war der CSU-Abgeordnete Albert Rupprecht bei der Verlegung des Artilleriebataillons 131 aus dem thüringischen Mühlhausen nach Weiden beteiligt. Mit den rund 700 Soldaten sicherte das Bataillon den Bestand der förmlich schon aufgelösten Ostmarkkaserne.

Beim Einzug der letzten Artilleristen im August 2014 lud deren Kommandeur Oberstleutnant Wolfgang Schmidt den Bundestagsabgeordneten zum "scharfen Schuss" ein. Gemeinsam mit Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch meldete er sich nun zum Rapport bei den Artilleristen. Diese absolvierten auf dem Übungsplatz in Grafenwöhr eine Woche lang ihre Schießausbildung.

An der "langen Leine"

In der Feuerstellung westlich von Hütten wies Zugführer Hauptmann Christoph Bärmann die Gäste in das Feuerleitsystem und das gepanzerte Artilleriegeschütz ein. Als "Munitionskanonier 1", eingegliedert in die fünf Mann starke Besatzung, erfuhr Rupprecht, der bei der Marine seinen Wehrdienst leistete, die Kameradschaft und Professionalität der Heeressoldaten. Vollautomatisch und elektronisch gesteuert läuft das Laden und Einrichten in der Panzerhaubitze 2000 ab. Das Gerät gilt als das modernste Artilleriesystem der Welt. Rupprecht feuerte das 155-Millimeter-Sprenggeschoss an der sogenannten "langen Leine" außerhalb des Gefechtsraums ab.

Zielgenauer Einschlag

Die Beobachter der Weidener Artilleristen meldeten einen zielgenauen Einschlag des Geschosses in der zirka 11 Kilometer entfernten Impact-Area. Im Anschluss feuerte der 1. Zug der 4. Batterie des Bataillons mit vier Geschützen weitere Feuerstöße ins Zielgebiet ab. Begleitet wurde das Schießen von den Sicherheitsorganen der Deutschen Militärischen Vertreter (DMV). Leutnant Kevin Dörrer und Schießsicherheitsoffizier Hauptmann Hans-Jürgen Gmeiner waren vor Ort. Gemäß dem Ritual der Artilleristen, durfte Geschützführer Feldwebel Matthias Lößner dem neuen Kanonier Albert Rupprecht nach dem erfolgreichen Schuss das Gesicht mit Pulverruß schwärzen - direkt vom Mündungsfeuerdämpfer des Rohrs. Gekrönt wurde das Ganze noch mit einer schicken Mütze aus einem Rohreinigungsdocht.

Stellvertretender Bataillonskommandeur Major Eric Schröter überreichte Rupprecht zur Erinnerung eine Tafel mit Bataillonswappen, einen Geschosssplitter und den Anzündungsprimer. Der Abgeordnete freute sich über die Aufnahme in die Runde der Artilleristen und lobte das Können sowie die gute Zusammenwirken der Geschützbesatzung. Rupprecht betonte, dass sein Wahlkreis eine Region mit Soldaten sei und sich der Truppenübungsplatz Grafenwöhr mit den US-Soldaten und Weiden mit der Bundeswehrkaserne hervorragend ergänze.
Weitere Beiträge zu den Themen: US-Soldaten (710)März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.