Neue Fluchtwege sind nötig

Die Stadthalle muss umgebaut werden. Neue Sicherheitsvorschriften erfordern ein neues Brandschutz- und Fluchtwegkonzept. Architekt Reinhold Krausch schätzt die Kosten der baulichen Ergänzungen auf 84 000 Euro. Die Erweiterung des Restaurants "Tortuga" wird mit voraussichtlich 42 000 Euro netto zu buche schlagen. Bild: do
Lokales
Grafenwöhr
10.10.2014
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Der Brandschutz in der Grafenwöhrer Stadthalle entspricht nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften. Über ein neues Konzept beriet der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Doch die Wünsche des Gremiums gehen weit über diese Maßnahme hinaus.

40 Jahre nach dem Bau der Stadthalle machen der Stadt die Verschleißerscheinungen am Bauwerk zu schaffen. Besonders der Brandschutz entspricht nicht mehr den aktuellen feuerpolizeilichen Vorgaben. Hintergrund dieser Erkenntnis ist die Absicht der Stadt, auf Wunsch des Pächters, das Stadthallen-Restaurant zu erweitern. Der beliebte "Mexikaner" boomt. "Tortuga" braucht mehr Platz.

Eine Teilfläche der ausgedienten Kegelbahn soll deshalb Gastraum werden. Der Antrag auf Nutzungsänderung rief die Sicherheitsexperten des Landratsamtes auf den Plan. Und die sehen Nachholbedarf beim Brandschutz. Ein neues Konzept musste her, das den heutigen Erfordernissen entspricht. Architekt Reinhold Krausch stellte seine Planung in der Bauausschusssitzung vor.

Bis zu 1700 Besucher

Bei seiner Brandschutz- und Fluchtwegplanung geht der Architekt von einer Belegung der 1037 Quadratmeter großen Halle mit bis zu 1500 Besuchern aus. Für das Obergeschoss errechnete er entsprechend der Nutzfläche ein Personenaufkommen von bis zu 200 Leuten. Daraus folgernd kam Krausch auf 2,40 Meter breite Rettungswege und fünf Fluchtausgänge. Details stellte er in Planskizzen vor.

84 000 Euro netto beträgt seine Kostenberechnung. Darin enthalten sind die Kosten für die Brandschutzmaßnahmen in der Gaststätte. Eine effektive Umsetzung der Behördenwünsche sei damit gewährleistet, betonte der Architekt. Bei zirka 42 000 Euro liegt die Kostenschätzung für die Erweiterung des "Tortuga".

Vor einer aufwändigen Maßnahme hatte schon Bürgermeister Edgar Knobloch einleitend gewarnt. "Wir brauchen ein Konzept, das der späteren Planung zur Sanierung der Stadthalle nicht im Wege steht", gab der Rathauschef die Richtung vor. Doch zu dankbar war das Thema für einige Räte.

Generalsanierung steht an

In der Diskussion warfen sie trotzdem einen Blick auf die Generalüberholung des Gebäudes. Bürgermeister a. D. Helmuth Wächter mahnte eine behindertengerechte bauliche Weiterentwicklung an. Thomas Schopf empfahl räumliche Ergänzungen zur kulturellen Nutzung und weitere Wortmeldungen beschäftigten sich mit der Notwendigkeit eines Aufzuges am Haupteingang.

Als vorübergehender Sitzungsleiter, der Bürgermeister wurde wegen der sich abzeichnenden Wiederholung der Stadtratswahl (wir berichteten) zu dringenden Telefonaten gerufen, appellierte Josef Neubauer als dienstältester Stadtrat an das Gremium, das Konzept des Architekten zu billigen und die ebenso notwendigen behindertengerechten Umbauten in die Sanierungs-Gesamtplanung aufzunehmen.

Zur Frage von Thomas Schopf nach den urheberrechtlichen Konsequenzen bei baulichen Veränderungen bemerkte Bürgermeister Knobloch: "Dieses Recht wurde bereits kostengünstig abgelöst". Das Brandschutz- und Fluchtwegkonzept sowie die Erweiterungsplanung für die Gaststätte beschloss der Bauausschuss einstimmig.

Mehrheitlich fiel die weitergehende Entscheidung, dem Planer auch die weiteren Leistungsphasen zur Bauausführung und Überwachung zu übertragen.
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