Plötzlich eine echte Leiche

Das Publikum bog sich teilweise vor Lachen. Spannend und sehr humorvoll wurden die Zuschauer immer wieder in das Geschehen mit eingebunden.
Lokales
Grafenwöhr
26.11.2014
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Die ganze bucklige Verwandtschaft hatte Freifrau Ursula von Schmalhofer zum Showdown eingeladen. Sie sollte in einem Krimidinner mitspielen. Aber als die gespielte Leiche quicklebendig aufstand, gab es plötzlich eine echte Leiche.

Das Karussell der Mördersuche beginnt sich heftig zu drehen. Die Katholische Theatergruppe überzeugte in ihrem zweiten Krimidinner auf der ganzen Linie. Drei Aufführungen des Stücks "Eine lebendige Leiche" waren geplant, und dann auch die beiden Zusatztermine im Gasthof "Zum Stich'n" sofort ausgebucht.

Die Gäste wurden teilweise in das Geschehen mit eingebunden. Unter anderen gab es den Stammtisch "Die Heckenpenner", Künstler und Gläubiger. Einer der Gäste musste schnell mal als Geliebter von Margret (Angela Biersack), der Schwester der Freifrau, einspringen.

Ursula von Schmalhofer (Regina Bräutigam), die gern mal ein Glas Whiskey trinkt, hat ihren großen Auftritt mit ihrem "Ferrari", einem Gehwägelchen. Ihr Mann (Wolfgang Bräutigam) hat sie wegen einer jüngeren Geliebten verlassen und der Gesundheitszustand der Freifrau ist wegen der geringen Herzleistung mehr als besorgniserregend. Als Krankenpfleger Klaus (Florian Danninger) ihr die Medizin bringt, meint sie: "Sie und Ihre Medikamente, die bringen mich noch um."

Nonne als "Miss Marple"

Auch eine Nonne gehört zu den Akteuren. Schwester Roberta (Lisa-Marie Bernhard) hat ein Faible für Kriminalfälle. "Meinen letzten Fall habe ich mit Links gelöst. Aber leider war keine Belohnung ausgesetzt", klagt diese. Und schließlich taucht auch noch der extravagante Künstler Detlef Jobst (Michael Birner) auf.

Der Krimi wird nach dem Drehbuch der Freifrau gespielt. Aber nur bis zum Umfallen des Zimmermädchens Clara (Sophia Speth), die sich auch als Leihmutter für die Freifrau zur Verfügung gestellt hatte. Als die "lebendige Leiche" aufsteht, ist plötzlich die Freifrau tot. Schwester Roberta alias "Miss Marple" kommt auf Touren bei der Tätersuche, die sich als äußerst schwierig erweist.

Eigentlich könnte jeder der Täter sein. Ex-Mann Hubert hatte der Freifrau einen Schnaps eingeschenkt, ihre Schwester eine Zigarette angezündet. War es vielleicht der Krankenpfleger, der Angst hatte, entlassen zu werden? Oder war es Butler Johann (Tobias Wolf), der zur Unterhaltung der Freifrau immer auf einem Bein hüpfen musste? Die Kommissarin (Lisa Speth) hat auf jeden Fall keine leichte Aufgabe. Deshalb setzt sie auch ihren Publikumsjoker ein, um den Fall zu lösen. Die Aufklärung des Falls sorgt für eine Überraschung: Es war kein Mord, sondern Selbstmord: Die Freifrau hatte das falsche Medikament eingenommen.

Überrascht werden schließlich auch die Erben bei der Testamentseröffnung. Während die Schwester der Freifrau mit einem Jogginganzug und ihr Ex-Mann mit dem Inhalt der Besenkammer abgespeist werden, dürfen sich der Butler und das Zimmerfreuen freuen. Johann bekommt das Ferienhaus auf Mallorca und Clara muss die 50 000 Euro aus dem Vertrag über die Leihmutterschaft nicht zurückzahlen, wenn sie innerhalb eines Jahres Klaus heiratet.

Freikarten fürs nächste Stück

Eine Belohnung gab es am Schluss für die Ermittler im Publikum. Viele hatten nicht auf die Lösung Selbstmord durch Tabletten getippt. Die Gewinner Markus Holzer, Jörg Zechmayer, Iris Eckert, Doris Biersack und Petra Arnold erhalten Eintrittskarten für das neue Wintertheater "Kiss no frog" (Küsse keinen Frosch) im Januar im Jugendheim.

Die schauspielerische Leistung der Katholischen Theatergruppe überraschte nicht, denn sie war, wie immer spannend und voller Humor. Überzeugt hat auch das dazugehörige Dinner aus der Küche des Gasthofs "Hößl".
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