Postamt platzt aus allen Nähten
Die Post will raus

Das dominante Postgebäude mit seiner reichen Geschichte in der Alten Amberger Straße. Hier herrscht vor allen in der Früh lebhafter Geschäftsverkehr sowohl von deutscher wie amerikanischer Seite. Seit 1. Juli hat die Immobilie einen neuen Besitzer angeblich aus Vilseck. Bild: az
Lokales
Grafenwöhr
26.09.2014
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Drängende Enge: Pakete stapeln sich im Hof, im Erdgeschoss, im ersten Stock. In Grafenwöhr geht im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Aber, die Frage ist: Wie lange noch?

Das Postamt in der Alten Amberger Straße platzt aus allen Nähten. Dazu kommt die neueste Nachricht: Die Immobilie hat schon wieder einen neuen Besitzer - er stammt angeblich aus Vilseck. Eine konkrete Auskunft dazu gab es weder von der Post noch von der Stadt. Wesentlich gesprächiger sind die Verantwortlichen der Deutschen Post, wenn es um ihre eigenen Interessen geht. Schließlich suchen sie händeringend nach einer Immobilie auf Mietbasis - egal, ob Neubau oder Altbestand. Hauptsache die Größe und die Außenfläche passen. Das Unternehmen will darin langfristig Mieter werden.

Fakt ist: Seit 1. Juli ist das Postamt verkauft. Der Käufer soll aus Vilseck stammen, Näheres wollte man aus Datenschutzgründen nicht bekanntgeben.

16 Mitarbeiter, kein Platz

Weil der Zustellstützpunkt im ersten Stock des Gebäudes unter enormem Platzmangel leidet und die Arbeitsabläufe für die 16 Mitarbeiter dadurch äußerst beschwerlich sind, ist ein Objektwechsel unumgänglich, sagt der Pressesprecher der Deutschen Post München, Erwin Nier, gegenüber dem Neuen Tag. Zwar stehe das Unternehmen mit dem neuen Besitzer noch im Mietvertrag. Nichtsdestotrotz sei eine großzügig räumliche Veränderung ernsthaft ins Auge gefasst.

Nier spricht von einem "echten Sorgenkind" des Zustelldienstes. Die Praxis bei diesem Stützpunkt nämlich erweise sich als tägliche Herausforderung. Alle angelieferten Briefe und Pakete - die Städte Pressath und Eschenbach werden von Grafenwöhr aus mitversorgt - müssten jeweils vom Hof ohne eine Überdachung ins Erdgeschoss und ins Obergeschoss und von da wieder nach unten zu den Fahrzeugen transportiert werden. Der "Boom des Internethandels mit seinem immensen Sendungsvolumen" würde ein Übriges zur Raumknappheit beitragen.

Am liebsten in Grafenwöhr

Angestrebt werde daher zur Arbeitserleichterung und Optimierung des Betriebsablaufes ein ebenerdiges Gebäude mit etwa 600 Quadratmetern Arbeitsfläche auf einem Grundstück von rund 3500 Quadratmetern für Parkplätze und Zustellfahrzeuge. Bevorzugter Standort für das neue Mietobjekt sei Grafenwöhr. Erst wenn sich dieser Plan nicht realisieren lasse, würde man in Pressath oder Eschenbach danach Ausschau halten, so Pressesprecher Nier.

Das Postamt-Finanzcenter im Erdgeschoss des Grafenwöhrer Postgebäudes als separate und eigenständige Dienststelle kommt dagegen angeblich mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zurecht. Mit dem neuen Besitzer unterhält die Postbankfiliale einen Mietvertrag von immerhin zehn Jahren.
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