Revitalisierung der Naturbühne am Schönberg ist dringend - Aber: Probleme bei der Planung
Schönheits-OP in mehreren Akten

Grafenwöhr
07.02.2014
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"Wir setzen uns einem gewissen Risiko aus, wenn wir nichts unternehmen", gestand Bürgermeister Helmuth Wächter. Vorher hatte Diplom-Ingenieur Martin Ströhl vom Planungsbüro Schroeter und Kneidl in Weiden seine unerfreulichen Ergebnisse zur statischen Untersuchung der Betondecke an der Naturbühne auf dem Schönberg verkündet.

Der Ingenieur berichtete in der Bauausschusssitzung über unbedingt nötige Sanierungsarbeiten auf dem Gelände. Auf Wunsch des Bürgermeisters hatte Ströhl die Betondecke über dem "Höhlenbereich" etwas genauer inspiziert. "Um an die Decke zu kommen, musste ich die Bauhofleute bitten, eine kleine Öffnung in den Naturstein zu machen, der die Betondecke umkleidet", erklärte der Ingenieur. Nach der Messung der Betonfestigkeit gab es keine Zweifel. "Das Material ist sehr alt und der Widerstand sehr gering. Die Vorgaben zur Mindestfestigkeit des Betons können nicht eingehalten werden", so Ströhl. Der Ingenieur kam zu dem Ergebnis, dass die Decke der Naturbühne stark gefährdet ist und empfahl, sie auszutauschen.

Leader-Zuschuss

"Die Decke ist ja schon über 45 Jahre alt. Ihre Dauer ist einfach abgelaufen und das müssen wir akzeptieren", äußerte sich Bürgermeister Wächter. Die Stadt müsse handeln, um niemanden in Gefahr zu bringen. "Wenn Hand angelegt werden muss, dann müssen wir das insgesamt tun, um die Sicherheit gewährleisten zu können."
Die Frage nach den Kosten für die neue Decke stellte der Bauausschuss anschließend dem Ingenieur. "Wir müssen das Erdreich entfernen, die Sandsteinverkleidung abtragen, und die Decke neu betonieren. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen, weil es eine relativ kleine Fläche ist", meinte Ströhl. Im gleichen Zuge empfahl der Planer, auch die Seitenwand, die als Stützwand dient, zu erneuern. Für beide Arbeiten entstünden insgesamt Kosten in Höhe von circa 10 000 Euro.

Dritter Bürgermeister Thomas Schopf griff die Frage auf, ob die erneuerte Stahlbetondecke und die Seitenwand anschließend wieder mit Sandstein verkleidet werden und wann der Baubeginn ansteht. "Ich habe bereits drei Angebote für die Sandsteinverkleidung eingeholt, weil das von der Leader-Stiftung so vorgeschrieben ist", erklärte Wächter. Für die Dauer des Umbaus nannte Ströhl einen Zeitraum von mindestens drei Monaten. "Ich warte auf den Beschluss heute, und dann leite ich alles in die Wege", kündigte er an.
"Ich bin der Meinung, wir sollten erst ein Konzept in Rücksprache mit dem Landestheater entwerfen, bevor wir die Revitalisierung beginnen", merkte Schopf an und erhielt von allen Mitgliedern des Bauausschusses Zustimmung. Bürgermeister Wächter erläuterte daraufhin seine geplante Vorgehensweise. Zunächst müssen alle Aufgaben in Bezug auf das Bauwerk gelöst werden. Diese Arbeiten werden aus dem Leader-Programm bezuschusst. Dann erst solle man sich Gedanken über die Technik und andere nötige Veränderungen machen. "Primär steht jetzt die Bühne inklusive der Sandsteinverkleidung im Vordergrund. Dann erst geht es ans Eingemachte", erklärte der Bürgermeister. Über Fördertöpfe für die Technik werde er sich informieren.

Auch Josef Neubauer war in Bezug auf Planung und Kosten skeptisch: "Wir sollten das Projekt so vollständig wie möglich festlegen, damit uns die Kosten später nicht davongaloppieren."

Gesamtkonzept benötigt

Auch weitere Stadträte äußerten ihr Unbehagen, wenn die Sanierung als Stückwerk beginnen soll. "Wir brauchen erst ein Konzept mit Hand und Fuß, damit wir die Kosten wirklich abschätzen und alle Arbeiten miteinander verbinden können", forderte Neubauer. Um später nicht die neue Decke und die Wand etwa für Stromleitungen wieder aufreißen zu müssen, verlangten die Mitglieder ein Gesamtkonzept. Dieses müsse nicht nur die Sicherung des Geländes, sondern alle nötigen Maßnahmen enthalten. "Wir sollten uns überlegen, wo alles untergebracht wird und was wir brauchen, bevor wir mit der Sanierung beginnen", bekräftigte auch Thomas Schopf. Wächter zeigte Verständnis für die Einwände. "Wir werden Gespräche mit dem Landestheater und der Grafenwöhrer Theatergruppe führen und unsere Ansprechpartner müssen uns sagen, was wirklich notwendig ist. In der Phase, in der das Projekt umgesetzt wird planen wir dann."

Revitalisierung beschlossen

Trotz aller Unsicherheiten, drängte Wächter den Bauausschuss zu einer Entscheidung. "Wir müssen wenigstens über die grundsätzliche Bereitschaft für die Umsetzung des Projekts abstimmen", so der Bürgermeister. Zur Beruhigung fügte er hinzu, dass erneut ein Ortstermin mit dem Landestheater und Ingenieur Ströhl angesetzt wird. "Ich fordere auch detaillierte Unterlagen von dem neuen Intendanten des Landestheaters ein, damit dann im Stadtrat festgelegt werden kann, was alles aufgestellt werden soll." Für Revitalisierung der Naturbühne gab der Bauausschuss dann sein einstimmiges Votum.
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