Schwitzen mit der Klobürste

Lokales
Grafenwöhr
28.11.2014
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Männer rennen ins Fitnessstudio und stemmen Gewichte um die Wette? Dass das nur Vorurteil ist, beweist die Männersportgruppe der SV Grafenwöhr. Die war nun sogar Gegenstand eines Forschungsprojektes.

Wie muss ein Übungsprogramm aussehen, damit Männer mittleren Alters zum Fitness-Sport gehen? Dieser Frage ging ein Autorenteam um Susanne Tittlbach, Kathrin Baer, Kathrin Schuch und Alexandra Lauter bei einem Forschungsprojekt des Deutschen Turner-Bundes (DTB) in Kooperation mit der Universität Bayreuth nach.

Frauen-Zuwachs

Die Männersportgruppe "Fit and Fun for Men" der Sportvereinigung TuS/DJK Grafenwöhr unter der Leitung von Marlene Stopfer-Höhn wurde aus 134 Bewerbungen als Beispielgruppe ausgewählt. Seit März 2001 hält sich ein fester Stamm von 15 Männern in der Gruppe fit. Das Autorenteam besuchte einer Übungsstunde und befragte Männer wie Übungsleiterin. Mittlerweile turnen auch vier Frauen mit den Männern, die sich donnerstags von 20 bis 21.15 Uhr im Sportpark treffen.

"Haben Sie in ihrem Verein eine aktive Männersportgruppe?" So lautete ein Aufruf in der Fachzeitschrift "Ü-Magazin". Das Projekt will herausfinden, weshalb nur 33 Prozent der DTB-Mitglieder zwsichen 41 und 60 Jahren Männer sind. Bei Fitness- und Gesundheitsprogrammen liegt der Frauenanteil bei 90 Prozent.

Die Männersportgruppe der SV befasst sich keineswegs mit Statistiken und sportwissenschaftlichen Studien. Vielmehr steht die Verbesserung der Fitness und der Spaßfaktor im Mittelpunkt. Es gehe nicht darum, möglichen Beschwerden im Alter vorzubeugen, auch Übergewicht sei ein Tabuthema, fanden die Forscher heraus. Die Mehrheit der Männer komme von Ballsportarten wie Fußball oder Volleyball. Die Berufsgruppen der Teilnehmer sind vielschichtig: So zählen neben dem gemeinen Arbeiter oder Angestellten auch Beamte oder ein Arzt dazu.

Dynamik und Schwung

Fakt ist, dass die meisten Angebote der Vereine einen gesundheitssportlichen Hintergrund haben, um Männer in die Turnhalle zu locken. Viele Übungsleiter vertreten die Meinung, dass es in Männersportgruppen dynamisch und schwungvoll zugehen sollte. Männer können sich in erster Linie dadurch motivieren, dass Übungen die Kraft oder Ausdauer verbessern.

Einige Ergebnisse der Erhebungen treffen auch auf die Sportgruppe der Sportvereinigung zu. Aber die SV-Männer sind nebenbei auch "für jeden Blödsinn" zu haben. Entspannungsübungen und "Verrücktes" wie Ballspiele mit einer Klobürste als Schläger haben für die Männer ihren Reiz und sorgen für Gelächter. Des Weiteren werden Trainingsgeräte aus Alltagsgegenständen (Plastikflaschen gefüllt mit Sand) verwendet. Das bereitet nicht nur Spaß, sondern spart dem Verein Geld bei der Anschaffung. Eine untergeordnete Rolle bei den Grafenwöhrer Männern spielen Ziele, die es zu erreichen gilt. Hier unterscheiden sich die Grafenwöhrer vom Rest der Untersuchung.
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