Sicher und verschwiegen

Lokales
Grafenwöhr
24.11.2015
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Die US-Armee in Grafenwöhr spricht nicht gerne darüber, aber die Anschläge von Paris spielen auch für sie eine Rolle. Das zeigt schon ein Blick in die sozialen Netze.

(wüw) Mit Franz Zeilmann lässt sich gut reden, aber bei einem Thema wird der Sprecher der US-Garnison Bavaria ruhig: Zur Sicherheit am Übungsplatz nach den Anschlägen von Paris möchte er nichts sagen. "Grundsätzlich sprechen wir nicht über unsere Sicherheitsmaßnahmen", erklärt Zeilmann lapidar. Der Schutz der Soldaten, Zivilangehörigen und deren Familien genieße immer höchste Priorität. Je nach Bedarf werden die Maßnahmen abgestimmt. "Es ist klar, dass nach den Anschlägen von Paris das Thema Sicherheit noch stärker in den Fokus gerückt ist." Dass die Verantwortlichen die Gefahr ernst nehmen, lässt sich auch daran erkennen, wie hektisch die NT-Fotografin an Tor 3 vertrieben wird. "Keine Fotos!", heißt es dort.

Garnison und das Trainingszentrum JMTC haben direkt nach den Anschlägen über Facebook und Twitter eine Reisewarnung für Frankreich und Paris veröffentlicht, noch bevor sie den französischen Verbündeten kondolierten. US-Bürger und -Soldaten gelten als besonders gefährdet. Auch für Brüssel und Belgien gibt es eine Warnung. Inzwischen gelten auch Reisen nach Italien als problematisch, besonders der Petersdom in Rom sowie Dom und Scala in Mailand sollen US-Bürger meiden. Allgemein gelten "Synagogen, Restaurants und Theater" als gefährdet.

Über soziale Medien sollen US-Angehörige aber auch daheim in Grafenwöhr für die Gefahren durch Islamisten sensibilisieren. Ein langer Artikel auf der Internetseite der Garnison beschäftigt sich mit möglichen Gefahren und wie Armee-Angehörige ihnen begegnen können. So gibt es eine Stelle im Netz, über sie auffällige Beobachtungen melden sollen. Als verdächtig gelten etwa unbekannte Fahrzeuge, die ungewöhnlich lange an der selben Stelle parken, oder Fremde, die sich vor US-Einrichtungen aufhalten oder ungewöhnliche Taschen mit sich führen.

Die US-Armee gibt ihren Angehörigen zudem Tipps, wie sie ihren Facebook-Auftritt privat halten, um keine heiklen Infos an Fremde weiterzugeben. Via Twitter verbreiten die Verantwortlichen, dass nach den Anschlägen Zivilbeschäftigte und Zulieferer nochmals auf Vertrauenswürdigkeit geprüft worden seien. Allerdings gab es auch Anzeichen, dass die Sorge nicht mehr zu groß ist: Zuletzt veröffentlichte die Garnison Bavaria eine Liste der schönsten Weihnachtsmärkte der Region.
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