Sportpark Grafenwöhr steht wieder ohne Pächter da: Ex-Wirt schuldet Verein knapp 15 000 Euro
Rote Karte nach Finanz-Foul

Lokales
Grafenwöhr
12.11.2014
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Der Sportpark hat ein Pächter-Problem. Der ehemalige Wirt konnte die Pacht nicht mehr bezahlen und hinterlässt jede Menge Schulden. Deswegen folgte die Kündigung des Vertrages. Die Folgen sind gravierend. Bei der Jahreshauptversammlung der Sportvereinigung TuS/DJK Grafenwöhr kam ein großes Finanzloch zutage. Rund 27 000 Euro betrug das Defizit im Geschäftsjahr 2013. "Neben gestiegenen Stromkosten fehlen uns etwa 15 000 Euro Pachteinnahmen", sagt Vorsitzender Thomas Reiter auf Nachfrage des "Neuen Tags".

Offenes Geheimnis

Schon während des gesamten Vorjahres hatte der ehemalige Wirt Probleme, die Pacht zu begleichen. "Wir haben uns sogar einen Rechtsbeistand geholt. Nachdem die Pacht wieder zwei Monate überfällig war, haben wir den Vertrag schließlich gekündigt", berichtet Reiter weiter. Den Vorwurf, den enttäuschte Mitglieder bei der Hauptversammlung vorbrachten, die SV hätte tatenlos zugesehen, obwohl die finanziellen Probleme des Pächters ein offenes Geheimnis waren, lässt der Vorsitzende so nicht im Raum stehen. "Wir waren mit dem ehemaligen Pächter in ständigem Austausch. Immer mal wieder hat er einen Betrag bezahlt, aber letzten Endes konnten wir diesen untragbaren Zustand nicht länger tolerieren."

Reiter vermutet, dass sich der Pächter mit seinen Investitionen zu Beginn des Vertrags schlicht übernommen hat. In die Einrichtung, die neue Küche samt Gas-Lava-Grill oder die Biergarten-Ausstattung steckte der Pächter mehrere tausend Euro aus eigener Kasse. Diesen Kosten rannte er von Anfang an hinterher, ist sich Reiter sicher. Zudem machte der Gastronom schwere Fehler im Umgang mit den Gästen. "Wer 45 Minuten oder länger auf ein Getränk oder Essen warten muss, kommt halt kein zweites Mal", erklärt der SV-Vorsitzende die ausbleibenden Gäste. Die Schulden will der Ex-Wirt bei der SV weiter begleichen. "Selbst wenn es nicht mit Geld geschieht, ist er bereit, einen Posten im Nachwuchsbereich oder bei der zweiten Mannschaft zu übernehmen." Aber das Pächter-Problem löst dieser Einsatz auch nicht.
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