Sprungbrett in den Beruf

"Wir fühlen uns im St.-Michaels-Werk sehr wohl", sagen die beiden Auszubildenden Thomas (vordere Reihe links) und Eduard (daneben) in der Malerwerkstatt. Gerne hörten dies Rehabilitätsberaterin Renate Maurer (rechts), Thomas Würdinger, der Chef der Arbeitsagentur Weiden (hinten links) und Peter Fleischmann (hinten rechts), der Schulleiter des St.-Michaels-Werks. Bild: sbü
Lokales
Grafenwöhr
19.11.2014
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Manche Jugendliche brauchen besondere Unterstützung, um in das Berufsleben starten zu können. Das St.-Michaels-Werk in Grafenwöhr hilft seit rund 40 Jahren dabei, Chancengleichheit herzustellen, damit alle Jugendlichen einen Ausbildungsabschluss schaffen. Die Schule ist quasi das Sprungbrett in den Beruf.

(sbü) Durch Demografie und Fachkräftemangel wächst die Bedeutung der privaten Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung weiter. Eduard aus Grafenwöhr und Thomas aus dem fränkischen Betzenstein gehören zu den derzeit knapp 800 Schülern des St.-Michaels-Werks in Grafenwöhr. Beide absolvieren eine Vollausbildung für den Malerberuf und sind zuversichtlich, "am Ende der Ausbildung auch übernommen zu werden".

Zunächst ohne Lehrstelle

Doch ihr jetziger Berufsweg war nicht selbstverständlich, denn nach dem Ende ihrer Schulzeit gab es zunächst keine Lehrstelle für die beiden. In einer von der Arbeitsagentur geförderten berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme wurden sie dann für eine spätere Ausbildung fit gemacht.

Trotzdem war aber nach Abschluss dieses Überbrückungsjahres weiterhin Unterstützungsbedarf erforderlich. Deshalb entschlossen sich die beiden auf Empfehlung ihrer Berater, ihre Berufsschulzeit an der privaten Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung mit dem Förderschwerpunkt Lernen zu absolvieren. Dort kann lernschwächeren Jugendlichen besonders gut geholfen werden.

"Unsere Klassen sind meist kleiner als diejenigen in den Regelberufsschulen und wir berücksichtigen die individuellen Leistungsdifferenzen", betonte Schulleiter Peter Fleischmann bei der Vorstellung seiner Bildungseinrichtung. "Wir sehen uns als Partner für Arbeitgeber und Auszubildende. Eine gute Lernatmosphäre und ein günstiges Lehrer-Schüler-Verhältnis sind unsere Hauptvorteile", hob Fleischmann hervor. Thomas Würdinger, Chef der Arbeitsagentur Weiden, war mit Rehabilitationsberaterin Renate Maurer beim Pressetermin dabei.

Konstante Zahlen

"Trotz rückläufiger Bewerberzahlen insgesamt bleibt die Zahl derer konstant, die Hilfestellung bei der Berufsausbildung brauchen", erklärte Würdinger. Und da eine Ausbildung entscheidend für die gesamte Erwerbsbiografie eines Menschen sei, wären Einrichtungen wie das St.-Michaels-Werk besonders wertvoll, ergänzte er noch.

"Wir sind eine Einrichtung der Berufsvorbereitung und auch eine Berufsschule", beschreibt Schulleiter Fleischmann die zwei Gruppen Jugendlicher, die von seinen Lehrkräften unterrichtet werden. "Wir helfen Schülern mit Entwicklungsverzögerungen, das hat nichts mit Behinderung zu tun", sagte er.

Als Angebotsschule stehe er auch nicht im Wettbewerb mit den Regelberufsschulen. "Schüler mit Quali gibt es bei uns nur vereinzelt", sagte Fleischmann. In Vollzeitklassen würden im Berufsvorbereitungsjahr lernschwache Jugendliche für eine Ausbildung in jeweils einem von zehn verschiedenen Berufsfeldern vorbereitet. Unter anderem zählen dazu Bautechnik, Holztechnik, Maler- und Kfz-Handwerk, Einzelhandel, und Friseure bis hin zu den Berufsfeldern Körperpflege und Gesundheit.
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