Spuk schon weit vor Mitternacht

Die ganze Familie gruselt mit. Vielleicht noch mehr als in den Staaten feiern die Europa-Amerikaner am Netzaberg mit Freunden und Verwandten Bilder: do (2)
Lokales
Grafenwöhr
03.11.2014
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Schaurig schön und (fast) völlig friedlich. Das Halloween-Fest ist in der Region angekommen. Hauptquartier ist die US-Siedlung am Netzaberg. Dort war die Polizei am Vorabend von Allerheiligen überhaupt nicht gefragt.

Die Polizisten der Region verlebten eine eher ruhige Halloween-Nacht. Der Inspektion in Kemnath waren am gestrigen Sonntag überhaupt keine Fälle gemeldet, die mit dem Gruseltag zu tun hatten. Die Eschenbacher Beamten mussten sich vor allem um einen Zwischenfall kümmern.

Gegen 1.05 Uhr kam es am Samstag auf einer Halloween-Feier in Grafenwöhr zu einer Schlägerei. Ein 17-Jähriger erhielt nach einem Streit von einem Unbekannten einen Faustschlag ins Gesicht. Der Angreifer erhielt Unterstützung von zwei Personen. Zu dritt traten sie auf den am Boden liegenden Geschädigten ein. Ein 19-jähriger Freund wollte dem Opfer helfen und musste selbst Schläge einstecken. Die jungen Männer mussten beide mit Brüchen ins Klinikum Weiden. Nach den geflohenen Schlägern sucht die Polizeiinspektion Eschenbach. (Telefon 09645/92040). Außerdem meldete die Eschenbacher Inspektion Eierwürfe an ein Haus in der Eschenbacher Esperngasse und einen renitenten Gast in einem Wirtshaus in der Hauptstraße in Pressath.

Absolut friedlich gingen dagegen die Feiern im Halloween-Hauptquartier am Netzaberg ab. Aus den Wohnsiedlungen der ganzen Region strömten am Freitag schon zu Sonnenuntergang die Soldatenfamilien zum größten Wohnquartier der US-Army in Europa. Kaum schimmerte die Sichel des Mondes durch den Dunst am Abendhimmel, huschten dämonengleiche Gestalten bei bester Laune durchs Halbdunkel. In der hereinbrechenden Dunkelheit strömten die Massen aus ihren Wohnhäusern, um zu feiern. Besonders die Kinder waren aus dem Häuschen. Als Bärenbabys oder Häschen, Teufelchen, Zauberer oder Engel wuselten die Girls und Boys gut bewacht von Furchteinflößenden Fratzen und muskelbepackten Urwaldmenschen durch die Menschenknäuel.

Der John-F.-Kennedy-Ring entwickelte sich schnell zur Flaniermeile des humorvollen Horrors. In den Seitenstraßen gab es jede Menge Süßes oder Saures auf Amerikanisch. An langen Tischreihen fand vor allem der Nachwuchs Naschereien im Überfluss. Doch so heftig die Festrally auch begann, so rasch endete der Spuk. Das Weiterfeiern in der Familie oder im Freundeskreis war angesagt. Die Stunde der Gespenster und Dämonen verwandelte sich in ein Gute-Laune-Spektakel rund um die Holzkohle-Grills.
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