"Stadteigener" Kolpingvater

Karl Keck (vorne, Zweiter von links) ist seit 80 Jahren Mitglied der Kolpingfamilie. Ihm gratulierte am Sonntag eine große Schar von Gästen. Bilder: mbi (2)
Lokales
Grafenwöhr
17.02.2015
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96 Jahre ist Karl Keck aus Grafenwöhr alt und davon 80 Jahre Mitglied bei Kolping. Dieses besondere Jubiläum feierte er am Sonntag auf den Tag genau.

Auf eine 80-jährige Mitgliedschaft in einem Verein können nur die wenigsten Menschen zurückblicken. Dieses besondere Jubiläum feierte Ehrenmitglied Karl Keck am Sonntag zusammen mit "seiner" Kolpingfamilie. Diözesanpräses Stefan Wissel verlieh Keck die Adolph-Kolping-Ehrenmedaille des Diözesanverbandes.

Karl Keck trat am 15. Februar 1935 in den damaligen Gesellenverein, der heutigen Kolpingfamilie, ein. Auf den Tag genau nach 80 Jahren lud die Kolpingfamilie zu einer großen Feier in das Gewölbe des Kastenhauses. Vorsitzender Andreas Greiner begrüßte den 96-jährigen Jubilar mit einem Zitat von Adolph Kolping aus dem Protokollbuch anno 1948: "Schön reden tut's nicht, die Tat ziert den Mann."

Vom Senior und Altsenior

Zu dieser Zeit war Karl Keck bereits 13 Jahre Mitglied und ein knappes Jahr "Senior" des Gesellenvereines. Als eine Art "Übervater" gelang es Keck, den Verein gerade nach dem Krieg wieder mit neuem Leben zu erfüllen. Bis 1951 übte er das Amt des Seniors und zwischen 1956 und 1967 das des Altseniors aus. Anschließend stand Keck der Kolpingfamilie als Ausschussmitglied treu zur Seite. Die Ehrenmitgliedswürde wurde ihm im Jahr 2000 verliehen.

Als weitere Ehrengäste begrüßte Greiner Ehrenvorsitzenden Michael Hörl, Monsignore Karl Wohlgut, Stadtverbandsvorsitzenden Gerhard Mark, die ehemaligen Kolpingsenioren Herbert Benkhard und Rudi Wohlgut sowie den aktuellen Vorstand und zahlreiche Vereinsmitglieder. Bürgermeister Edgar Knobloch würdigte Kecks Treue zum Werk Adolph Kolpings. Diese kam nicht nur dem Wohle des Vereins, sondern auch der Stadt zugute. Mit einem Augenzwinkern bemerkte das Stadtoberhaupt, er selbst könne als Neumitglied immerhin auch schon auf rund 80 Tage Mitgliedschaft zurückblicken. Diözesanpräses Stefan Wissel überbrachte Karl Keck die besten Wünsche vom Bundespräses Josef Holtkotte. Karl Keck ist aktuell das zwölftälteste Kolpingmitglied in Deutschland. An seinem Ehrentag wurde vom Bundespräses bei der heutigen Messfeier in der Minoritenkirche in Köln auch Kecks Namen vor dem Grab Adolph Kolpings verlesen.

Der Diözesanpräses bezog sich in seiner Festrede auf eine sich prächtig entwickelte Kolpingfamilie. Er sehe in Grafenwöhr generationenübergreifende Gemeinschaft, viel Freude, Zuversicht und Standhaftigkeit. Aus dieser Wurzel sind bereits und werden weiterhin reiche Früchte entstehen.

Aus Eichenholz geschnitzt

Dem Jubilar, den Wissel liebevoll als "Eichenholzgeschnitzten" bezeichnete, dankte er für seinen unermüdlichen Einsatz bis ins hohe Alter. Keck legte durch sein Engagement für die nachrückenden Generationen der Kolpingfamilie in Grafenwöhr den Grundstein. Er sei der gute Vater, einer der begleitet und einer der einen an der Hand nehme. Anschließend überreichte der Diözesanpräses an Karl Keck "einen Haufen Sachen", wie er süffisant bemerkte. Wissel verlieh Keck die Adolph-Kolping-Medaille, die Ehrenmedaille des Diözesanverbandes. Vom Bundesvorstand bekam Keck die Ehrenurkunde. Präses Bernhard Müller erinnerte an seinen Antrittsbesuch bei seinem Vorgänger Stadtpfarrer Hans Bayer, der vor rund zehn Jahren im Pfarrhof stattfand. Mit damals schon über 80 Jahren war Keck als "Mädchen für alles" im Team des Pfarrhofes kaum weg zu denken. Er drückte der Stadt Grafenwöhr und der Pfarrei durch seine liebenswerte Art einen persönlichen Stempel auf.

Besserer Eisstockschütze

Mit einem Bildervortrag blickte auch Kolpingvorsitzender Andreas Greiner auf die 80 Jahre Mitgliedschaft im Verein zurück. Schmunzelnd stellte Greiner fest, dass sein direkter Vorgänger, Ehrenvorsitzender Mike Hörl in früheren Jahren die Stadtmeisterwürden im Speerwerfen errang. Karl Keck hingegen war der bessere Eisstockschütze. Auch die Kolpingfamilie überreichte dem Jubilar ein kleines Präsent.

Bei Lydia Keck bedankte sich Greiner mit einem Blumenstrauß. Der neu gegründete Kolping-Kinderchor sang für den "Grafenwöhrer Kolpingvater". Die Bewirtung im Gewölbe des Kastenhauses übernahm der Heimatverein. Hierfür erhielt Vorsitzender Wilhelm Buchfelder eine Spende für die Museumsumgestaltung überreicht. Beim Testen der Jubiläumstorte wurden noch so manche alte Geschichten ausgetauscht.
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