Stellenabbau bleibt ungewiss

Lokales
Grafenwöhr
06.05.2015
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"Der Standort blutet aus, immer weniger müssen mehr Arbeit machen." Bundestagsabgeordneten Albrecht Ruppert musste sich bei seinem Besuch bei der Betriebsvertretungen (BV) im Lager Grafenwöhr eine Menge Klagen anhören.

Der Vorsitzende der BV des Gemeinsamen Multinationalen Ausbildungskommandos (JMTC) Hans Danninger hatte zum Informationsgespräch eingeladen. Die Personalräte brachten ihre Sorgen dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht und Bürgermeister Edgar Knobloch dar. Sie klagten, dass die militärischen Übungen auf dem Gelände mehr, die deutschen Arbeitnehmer aber immer weniger würden. Danninger stellte die Frage, ob der laufende Personalabbau angesichts der stärkeren Auslastung des Übungsplatzes noch gerechtfertigt sei. Die US-Armee verlege ein großes Fahrzeugkontingent für rotierende Truppenteile nach Europa, auch nach Grafenwöhr. Dies führe zu Mehrarbeit auf den Schießbahnen.

Danningers Stellvertreter Reinhold Weinert erläuterte die Arbeiten und die gestiegenen Ansprüche auf den Schießbahnen. Er beklagte, dass ein Abbau in den unteren Gehaltsgruppen erfolge. Der Drei-Schichtbetrieb sei so nicht mehr lange aufrechtzuhalten. Dies habe zur Folge, dass der Service für die übenden Truppen leide. Immer mehr Vertragsfirmen mit amerikanischen Zivilangestellten würden auf den Schießbahnen und in der Simulation eingesetzt. Vom Stellenabbau 2010/2011 sei die BV des JMTC derzeit mit 12 Kündigungen in Grafenwöhr und 32 in Hohenfels befasst, so Hans Danniner.

Die Fluktuation und Auflösungsverträge könnten dies auffangen. Max Weichs und Wolfgang Dagner stellten die Personalplanung der US-Armee in Frage. Ein Problem sei der hohe Altersdurchschnitt der deutschen Beschäftigten von 56 Jahren. Fehlende Nachbesetzungen und Einstellungen bei der US-Armee würden schon bald zu Problemen in der Belegschaft führen.

Eine bessere Informationspolitik wünscht sich der Vorsitzende der BV der US-Armee-Garnison Bavaria, Klaus Lehl. Ob es zu den im Haushaltsjahr 2015 angestrebten Streichungen von rund 200 Stellen kommt, sei ungewiss, so Lehl. Er forderte eine bessere Langzeitplanung. Schwierig sei auch die konkrete Zahlenangabe der Gesamtbeschäftigten, führten Karl Raps und Gerd Beitz an. Mit den Vertragsfirmen und zahlreichen Untergruppierungen würden noch rund 2600 deutsche Beschäftigte in den Standorten Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels arbeiten. "Die Akzeptanz des Übungsplatzes mit seinem Schieß- und Fluglärm hängt von der Beschäftigtenzahl ab" war der Tenor der BV-Mitglieder.

Die Einschätzung, dass die Personallage der militärischen Entwicklung hinterherhinke, teilt auch Bürgermeister Edgar Knobloch. CSU-Abgeordneter Albert Rupprecht sagte der BV seine Unterstützung zu. Er sei bereit Gespräche mit den zuständigen US-Stellen und den deutschen Regierungsvertretern zu führen.
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