Streikbrecher in der Kritik

Den Organisatoren war der Zug immer noch zu kurz: Rund 500 Beschäftigte zogen am Montag von der Wache 1 zur Grafenwöhrer Stadthalle. (Bild: rgr)
Lokales
Grafenwöhr
21.10.2014
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Ein Zeichen in Richtung Bonn sandten 500 Zivilbeschäftigte der US-Streitkräfte. Bevor dort heute die dritte Tarifrunde beginnt, kritisierten die Gewerkschafter nicht nur die Arbeitgeber - sondern auch die eigenen Kollegen.

Endlich mehr Geld: drei Prozent, mindestens aber 90 Euro. 500 Arbeitnehmer der US-Armee-Standorte Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels gingen am Montag für ihre Forderungen auf die Straße. Mit dem Protestzug und der Kundgebung in der Stadthalle wollte die Gewerkschaft Verdi Druck vor der dritten Tarifrunde aufbauen. Am heutigen Dienstag gehen die Verhandlungen in Bonn weiter.

"Sogar der Himmel weint", meinte Verdis stellvertretender Bezirksgeschäftsführer Karlheinz Winter am Tor 1. "Die Anordnung des US-Präsidenten, den Staatsbediensteten keine Lohnerhöhung zu gewähren, gilt immer noch. Dies auf die Zivilbeschäftigten auszuweiten ist eine Sauerei", sagt Tobias Schürmann. Der Bundesfachgruppenleiter für Stationierungsstreitkräfte sitzt ab heute in Bonn mit am Verhandlungstisch. Am Montag holte er sich bei den Menschen vor Ort Argumente. Er forderte, die Lohnentwicklung muss sich an den Beschäftigten bei der Bundeswehr orientieren. Dort gebe es seit März eben jene drei Prozent und mindestens 90 Euro.

Auf welcher Seite?

Sollten die Arbeitgeber unsere Forderung nicht akzeptieren, müssen wir erneut zur Tat schreiten und auch die Kollegen mobilisieren, forderte Betriebsvertreter Klaus Lehl. "Wer sich nicht einreiht, steht auf der Seite der Arbeitgeber." Gefährlich für die Arbeitsplätze seien die Lohnforderungen auf gar keinen Fall.

Gegen "Obamas Diktat"

Widerstand gegen "Obamas Lohndiktat" forderte Verdi-Seniorenvertreter Manfred Haberzeth "Das kann nur ein Streik sein." Schließlich müssen immer weniger immer mehr arbeiten. Die Folge sei schwindende Motivation und am Ende der "Burn Out" bei vielen Beschäftigten. "Wir brauchen einen Wandel, die Arbeit muss wieder etwas wert sein", forderte Haberzeth.

Verdi-Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner dankte allen, die sich für die Region einsetzen. "Die Gewerkschaft ist das Stärkste, was die Schwachen haben." Für den DGB versprach Regionssekretär Peter Hofmann volle Unterstützung .
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