Traumhafte Kulisse ohne Regen

"Sin falta" gab Lieder aus Musicals zum Besten, unter anderem aus "Wenn Bäume sprechen" (links) und "Aladdin" (rechts).
Lokales
Grafenwöhr
21.09.2015
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Die Naturbühne am Schönberg feierte eine bunte Einweihung. Zum Auftakt bekam das Publikum Musikalisches und Lustiges geboten. Ein gratis Versprechen mit Garantie gab es am Ende noch von stellvertretendem Landrat Albert Nickl.

"Heimat auf Zeit" lautet der Name des Förderprojekts und war eigentlich für Amerikaner gedacht. Für die Grafenwöhrer war der Schönberg immer eine Heimat auf Zeit in völlig unterschiedlicher Ausprägung. Die dortige Naturbühne wurde am Freitag offiziell nach der Revitalisierung mit einem bunten Programm wiedereröffnet.

Bürgermeister Edgar Knobloch begrüßte vor einer traumhaften Kulisse rund 500 Besucher, die auf den Berg gekommen waren. Namentlich nannte er auch eine Reihe von Ehrengästen. Darunter waren stellvertretender Landrat Albert Nickl, Leader-Koordinator Hans-Michael Pilz, Geschäftsführerin der LAG (Lokale Arbeitsgruppe) Barbara Müller, LAG-Vorsitzender Helmuth Wächter, Anna Kunz vom Landestheater Oberpfalz sowie Kreisheimatpfleger Hannes Oberndorfer.

92.000 Euro zurück

Das Stadtoberhaupt blickte zurück, denn der Ort war bis 1921 ein Steinbruch und somit Arbeitsplatz für viele Grafenwöhrer. 1920 wurde zum ersten Mal ein Johannisfeuer abgebrannt und 1933 das erste Theaterstück aufgeführt. Der Heimatverein hat hier jahrelang das berühmt-berüchtigte Schönbergfest gefeiert. "Berühmt, weil es in seiner Art und Weise einzigartig war und berüchtigt, weil es zuverlässig geschüttet hat wie aus Eimern", erklärte Knobloch. Deshalb war die Schönbergbühne immer Heimat für Menschen, für Vereine und Institutionen.

In der jüngeren Vergangenheit war sie Heimat für die Katholische Theatergruppe. "Außerdem war sie eng mit den Namen Werner Biersack und Walter Birke verbunden, die den Schönberg wirklich im Herzen getragen haben", sagte der Bürgermeister. Doch der Zahn der Zeit nagte dermaßen an der Schönbergbühne, dass sie nicht mehr gefahrlos nutzbar war. In den vergangenen zwei Jahren wurden die Sandsteinmauer gesichert, ein neues Geländer installiert, der Zuschauerraum umgestaltet, Parkplätze angelegt und die Technik auf den neuesten Stand gebracht.

Bilder: Renate Gradl

Nötig waren auch der Anschluss der Sanitäranlagen an die Kanalisation und ein Fluchtwegskonzept. Die Kosten belaufen sich auf 247 000 Euro. Fast 92 000 Euro fließen aus Fördergeldern wieder zurück.

"Ich bin überzeugt, dass es nicht lange dauert, bis Kulturbegeisterte diese wunderbare Kulisse für sich entdecken und nutzen wollen", zeigte sich Knobloch sicher. Dies sei auch die Idee, die hinter diesem Förderprojekt steckt. Die Chance, die Naturbühne am Schönberg zu einer kulturellen Besonderheit zu machen, die weit über Grafenwöhr hinaus bekannt wird, sei somit genutzt worden. Traditionelle Veranstaltungen wie das Schönbergfest sollen wieder eingeführt werden - nur mit besserem Wetter.

Bürger und Kommune

Bei der Eröffnungsfeier gab es jede Menge an hervorragender Kunst und Musik. Das Musicalteam "Sin falta" gab ein Medley aus einigen Musicals, wie beispeilsweise "Aladdin" und "Peter Pan". Benno Engelhart und seine Musiker, die Stadtkapelle Grafenwöhr, Johanna Rubenbauer und die Katholische Theatergruppe sorgten dafür. Zuvor erteilten Stadtpfarrer Bernhard Müller und Pfarrer Dr. André Fischer den kirchlichen Segen. "In Zeiten, in denen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmen, sorgt die Naturbühne für eine Auszeit durch ihre Schönheit mitten in der Natur sowie durch kulturelle Veranstaltungen", sagte Pfarrer Fischer. Dafür gelte es, Gott zu danken. Stadtpfarrer Bernhard Müller forderte die Besucher auf, "Lobe den Herrn" zu singen.

Ihnen allen sowie den bauausführenden Firmen, dem Stadtrat, dem städtischen Bauhof, dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium, das über den Europäischen Landwirtschaftsfonds die Leader-Mittel bereitgestellt hat, und Hans-Michael Pilz galt der Dank des Bürgermeisters.

"Leader hat nichts mit Singen zu tun. Es steht für das Französische ,Liaison entre actions de développement de l'économie rurale' und bedeutet übersetzt: ,Verbindung zwischen Aktivitäten zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft'. Kommunen und Bürger werden vernetzt", erklärte Pilz. Die Menschen vor Ort wissen am besten, wofür die Fördergelder gut eingesetzt werden können. Deshalb wurde eine lokale Arbeitsgruppe gegründet. Als er das Ergebnis sah, war Pilz restlos begeistert.

Stellvertretender Landrat Albert Nickl gratulierte zu dieser "wunderbaren Kulisse": "Die Stadt hat hier die richtigen Weichen gestellt. Das erhöht die Lebensqualität für die Menschen, die hier wohnen", sagte er. Nickl hatte auch eine Wetterprognose: "Bei besonderen Veranstaltungen wird es hier künftig nicht mehr regnen."
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