Über zwei Jahre nichts passiert

Lokales
Grafenwöhr
21.04.2015
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Zwei Jahre lang galt in der Alten Amberger Straße Tempo 30 - auf dem Papier. Denn den Beschluss des Bauausschusses vom November 2013 hat die Stadt Grafenwöhr niemals umgesetzt - und sie wird es auch künftig nicht tun.

Wie sich die Zeiten ändern - und die Meinungen. Am 4. November 2013 hatte der Bauausschuss des Stadtrats eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer in der Alten Amberger Straße beschlossen. Vollzogen wurde die Entscheidung nie. Jetzt kippte der Stadtrat die Entscheidung des Ausschusses.

Hintergrund der Debatte waren Anliegerwünsche, das Straßenstück zwischen der Wache 1 und der Deyerling-Kreuzung als "Zone 30" einzurichten. Die Polizei war schon im Oktober 2013 dagegen, weil sie ein Vorfahrts-Durcheinander befürchtete. Stattdessen schlug sie eine einfache Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer vor. Genau diese beschloss der Bauausschuss.

Weshalb die Autos trotzdem immer noch 50 fahren dürfen, weiß scheinbar niemand. Aufklären konnten das weder der Bürgermeister noch die Verwaltung. Nach einer Menge von Wortmeldungen kippte der Rat die Bauausschuss-Entscheidung. Alles bleibt beim Alten, jetzt passt aber auch die Beschlusslage dazu.

Fraktionsübergreifend hatten zuvor Thomas Weiß, Josef Neubauer, Gerald Morgenstern und Thomas Schopf am Sinn der Beschränkung gezweifelt. "Ein paar Raser gibt's immer. Die sind auch durch Schilder nicht zu bremsen." Helfen sollen nun Kontrollen und ein "Mahnschild" am Lager-Tor. Schopf argumentierte: "Einen guten Willen im Verkehrsrecht gibt es nicht. Nutzen bringen nur Kontrollen."

Dem Hinweis von Timo Schön, das hohe Verkehrsaufkommen aus dem Lager im Berufsverkehr hebe das Unfallrisiko, begegnete Schopf mit der Feststellung, dass die Ampel an der Deyerling-Kreuzung und der damit einhergehende Stau weit in die Alte Amberger Straße hinein Schnellfahrer bremsen. "Ich wehre mich gegen die vielen Schilder und Verbote." Dritter Bürgermeister Udo Greim gab zu bedenken: "In der Alten Amberger Straße quert ein ganzer Stadtteil die Straße." Schließlich plädierte Bürgermeister Edgar Knobloch für eine Aufhebung des Bauausschuss-Beschlusses. Gegen die Stimmen von Udo Greim und Helmuth Wächter folgte der Rat diesem Vorschlag.

Gerald Morgenstern war es dennoch ein Anliegen, die Amerikaner mit Blick auf den jüngsten tödlichen Unfall zu mehr Verkehrsdisziplin aufzufordern. Die Verwaltung solle auf die US-Garnison zugehen. Auch die Geschwindigkeitsregelungen in Siedlungsgebieten machte das Gremium zum Thema. Bürgermeister Edgar Knobloch versprach, Beschlusslage und Handlungsbedarf zu prüfen.
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