Verein und Schule bleiben solo

Lokales
Grafenwöhr
12.06.2015
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Der Grafenwöhrer Musikverein "Klingende Töne" will selbstständig bleiben. Joachim Steppert von der Musikschule Vierstädtedreieck hält eine Zusammenarbeit weiter für richtig - wegen der möglichen Konkurrenz zueinander.

Der Leiter der Musikschule Vierstädtedreieck will keinen mit seiner Idee über eine Zusammenarbeit angreifen. "Es müssen in Ruhe Gespräche geführt werden. Ich habe nur mal vorgefühlt, ob es Möglichkeiten gibt, was zusammen zu machen. Und es gab eine ganz klare Aussage von den 'Klingenden Tönen' dazu", erklärt Steppert. Trotzdem würde er eine Zusammenarbeit für richtig halten. "Ich finde es unglücklich, wenn beide im gleichen Ort nebeneinander her unterrichten." Er wolle nicht, dass eine Konkurrenzsituation entsteht. "Aber es ist jedem sein gutes Recht, etwas anzubieten."

Zweite Bürgermeisterin Anita Stauber war bei der Mitgliederversammlung der Musikschule, in der das Thema Zusammenarbeit zur Sprache kam (wir berichteten). "Herr Steppert hat die schwierige Raumsituation angesprochen. Die ,Klingenden Töne' unterrichten in Grafenwöhr im ehemaligen Grundschulgebäude, die Musikschule Vierstädtedreieck im Grafenwöhrer Jugendheim und im evangelischen Gemeindehaus", sagt Stauber. Wegen der Sanierung der Grund- und Mittelschule müsse der Unterricht aufgeteilt werden.

"Gespräche gegeben"

Es habe schon öfter eine Verwechslung der Musikschule mit dem Grafenwöhrer Verein gegeben. "Herr Steppert hat erzählt, dass Eltern angerufen haben, ihr Kind für den Tag entschuldigen wollten und sich rausgestellt hat, dass die Eltern eigentlich zum Musikverein wollten." Daraufhin habe Stauber bei der Versammlung angefragt, ob man sich einen Zusammenschluss vorstellen könne, um solche Probleme zu umgehen.

"Er hat geantwortet, dass das schon mal im Gespräch war, die 'Klingenden Töne' auch gesprächsbereit waren, dann aber doch abgesagt haben", berichtet die zweite Bürgermeisterin weiter. "Der Musikverein hat aus den Überlegungen bei der Versammlung wohl geschlossen, dass die Stadt sie zur Fusion drängen will. Aber das stimmt so nicht", betont Stauber. "Es ist ein gewachsener, Verein, der dieses Jahr 25. Jubiläum feiert und großen Zuspruch findet."

Zuschüsse von Stadt

Auch Bürgermeister Edgar Knobloch ist nichts von einer Fusion von Schule und Verein bekannt. Er wolle sich nicht einmischen, sagt er. Dass die Stadt Grafenwöhr, die Verein und Musikschule bezuschusst, durch eine Fusion Geld sparen würde, will Knobloch so nicht stehen lassen: "Es ist nicht gesagt, dass man sich was spart, denn die Zuschüsse sind von der Schülerzahl abhängig." Grafenwöhrs zweite Bürgermeisterin kann ebenfalls nicht sagen, ob die Stadt Geld sparen könnte. "Ich weiß nicht, ob die Verwaltung der ,Klingenden Töne' ehrenamtlich läuft. Für den Musikunterricht bekommen die Lehrer Geld." Bei der Musikschule zahle die Stadt anteilsmäßig für die Anzahl der Grafenwöhrer Schüler.
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