Verwurzelt in der Heimat

Hildegard Haupt fühlt sich in ihrem Garten wohl. Dort findet sie Ruhe und Entspannung. Ungestört kann sie ihrem Hobby, dem Lesen, nachgehen - oft Bücher, in denen es um Sterbebegleitung geht. Bild: rgr
Lokales
Grafenwöhr
31.10.2015
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Der Garten im Grafenwöhrer Mittelbergweg ist ihr Rückzugsgebiet. Auch jetzt, da sie ihn schon winterfest gemacht hat, ist der Teich mit seinen Fischen Hildegard Haupts Ruhepol nach anstrengenden Nächten am Bett von Kranken und Sterbenden.

Seit 2004 engagiert sich Hildegard Haupt bei der Hospizarbeit. Ihr erster Ehemann Franz starb vor 20 Jahren an Krebs. Auch ihr jetziger Mann Rudolf Haupt verlor seine erste Frau durch eine Krankheit - sie litt an der Muskelschwächekrankheit ALS (amyotrophe Lateralsklerose). "Wir sind beide froh, dass es uns gut geht und wollten etwas Soziales machen", erzählt die 59-Jährige.

Kranken und Sterbenden zur Seite zu stehen ist zu ihrer Herzensangelegenheit geworden. Im Jahr 2008 entschied sich Haupt, Trauernden im "Trauercafé" und in einem speziellen Trauerseminar zu helfen, den Verlust von Angehörigen zu verarbeiten.

Zur inneren Ausgeglichenheit nach schlaflosen Nächten an einem Krankenbett beobachtet Hildegard Haupt, ihre Wasserschildkröten. "Das ist für mich sehr schön. Die Schildkröten strahlen Ruhe aus, weil sie keine hastigen Bewegungen machen. Von den uralten Teichbewohnern können wir Menschen noch viel lernen", meint die gebürtige Grafenwöhrerin lächelnd.

Als Kind wollte sie viel sehen und die Welt bereisen. Dieses Ziel hat sie auch als Erwachsene nicht aus den Augen verloren. Ihre Reisen führten sie nach Amerika, Indonesien und Ägypten sowie in die Bretagne nach Frankreich und mit einem Hurtigruten-Schiff entlang der norwegischen Küste. Aber verwurzelt ist Hildegard Haupt mit ihrer Heimat Grafenwöhr.

Auf Reisen begibt sich die Grafenwöhrerin auch von Frühling bis Herbst. Einmal im Monat unternimmt sie mit Senioren einen Ausflug. Die Seniorenarbeit soll auch nach ihrer achtjährigen Arbeit als Vorsitzende beim Katholischen Frauenbund weitergehen.

"Auch das ist ein Ausgleich. Die Grafenwöhrer Senioren geben mir sehr viel zurück", freut sich Hilde, wie sie von vielen genannt wird. Auch ihre fünf Kinder und Enkelkinder komplettieren das Glück von Hildegard und Rudi Haupt. "Zwar wohnt keines in Grafenwöhr, aber wenn sie uns besuchen, rührt sich was im Hause Haupt."
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