Verzug am Schulbau

Das Gremium des Grafenwöhrer Bauausschusses verschaffte sich in der Mittelschule einen Überblick über die Bauarbeiten. Für den barrierefreien Aufzug musste ein Teil der Steintreppe rausgeschnitten werden. Bilder: spi (2)
Lokales
Grafenwöhr
04.02.2015
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Im Werkraum im Untergeschoss kommt der Strom von der Decke. Mit einem Knopfdruck klappt Architekt Reinhold Krausch die Säule mit den Steckdosen nach oben.

Geräusche einer Säge hallen durch die Aula der Grafenwöhrer Mittelschule. Holzstaub fliegt durch die Luft. Aus den Wänden hängen Kabel. Es schaut noch nach viel Arbeit aus. Trotzdem sollen die Schüler am Montag nach den Faschingsferien schon in den neuen Räumen lernen.

Die Stadträte des Bauausschuss stehen in der neuen Aula der Mittelschule und sehen sich um. "Wie lange sind wir denn jetzt im Verzug?", will Josef Neubauer wissen. Architekt Reinhold Krausch schüttelt leicht mit dem Kopf: Es gibt keinen Verzug." Bürgermeister Edgar Knobloch fügt hinzu: "Kaum."

Damit möchte sich Neubauer nicht zufrieden geben und verweist darauf, dass die Arbeiten ursprünglich Anfang November abgeschlossen hätten sein sollen. Die Stadt habe die Verantwortung, dass die Schule fertig wird. "Nach den Faschingsferien können die Schüler in die Räume", ist Krausch zuversichtlich.

Ein paar Mitglieder des Bauausschusses ziehen die Stirn in Falten. "Es sieht schon noch nach viel Arbeit aus", gibt Anita Stauber zu bedenken. "Es sind nur noch technische Kleinigkeiten, die zu machen sind", erklärt der Architekt. "Das ist ratzfatz erledigt."

Vor rund zwei Jahren haben Krausch und sein Büro "m3plan" mit der Planung für die Innensanierung des östlichen Teils der Mittelschule begonnen. "Ich kann es auf den Tag genau sagen: Am 15. Mai 2014 begannen die Arbeiten", sagt Krausch. Rund 1200 Quadratmeter sind bislang erneuert worden. 2200 Quadratmeter stehen aus. "Wenn alles fertig ist, wurden mehr als 50 Räume saniert und rund 4,1 Millionen Euro ausgegeben", schätzt Krausch. Zwei Millionen sind schon verbaut. In den drei Stockwerken der Schule leuchten an den Decken LEDs. "Die Beleuchtung reagiert auf das Außenlicht", erklärt Krausch. "Je dunkler es draußen wird, desto heller werden die Lampen." Auch Schulleiter Gerhard Götzl staunt mit den Räten über diese Technik.

Kopierer im Schrank

Der Grafenwöhrer Architekt führt die Besucher durch die Aula, über die halbmondförmige Treppe ins neue Büro des Schulleiters und den Verwaltungsbereich. In den Räumen stapeln sich noch die moosgrünen Stühle. Entlang des Gangs zu den Büros stehen graue Schrankwände. "Da ist genug Platz für einen Kopierer und einen Schneidetisch fürs Papier", erklärt Krausch.

Im Lehrerzimmer zeigt Krausch auf die Wandschränke, die bis zur Decke reichen: "Mit denen hatten wir ein kleines Problem. An der obersten Reihe wurden die Griffe falsch montiert. Da wäre keiner mehr hingekommen." Auch im Musikzimmer im untersten Geschoss gab es Schwierigkeiten. "Bei den Leuchten war die Abdeckung gebrochen. Da mussten wir auf eine Nachlieferung warten. Dadurch verzögert sich alles ein bisschen", meint er. Im neuen Werkraum wurden über den Holztischen Stromsäulen integriert, die von der Decke hängen und mit Steckdosen bestückt sind. Die Säulen verschwinden nach oben, wenn sie nicht gebraucht werden.

Die größte Herausforderung war für den Architekten der barrierefreie Innenaufzug. "Wir mussten ein Stück der Treppe rausschneiden, um den Aufzug einbauen zu können. Die Stufen waren vorher sehr breit", sagt der Architekt. "Ich weiß schon genau, wie die Wände entlang der Treppe und der Boden nach einiger Zeit ausschauen werden", meint Helmuth Wächter.

"Eine Sockelleiste wäre gut und wir brauchen einen Scheuerschutz." Material von dem Naturstein sei laut Krausch noch vorhanden. "Das können wir für einen Sockel verwenden."
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