Vollgas gegen Zone 30

Lokales
Grafenwöhr
29.09.2014
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Sie sollten den Verkehr beruhigen, derzeit sorgen die Tempo-30-Schilder aber für Unruhe in Gößenreuth. Das zeigte ein Ortstermin des Stadtrats. Gegner der seit 2013 geltenden Regelung argumentieren dabei, dass Tempo 30 nicht für mehr Sicherheit sorge, sondern das Gegenteil bewirke.

In einer Tempo-30-Zone ist zwingend die Rechts-vor-links-Regel vorgeschrieben, und diese halten einige Gößenreuther für verkehrsgefährdend, wie Wortführerin Renate Conrad erklärt. "Geschwindigkeitsbegrenzung ja, aber ohne Zonierung", lautet die Forderung, die 45 Gößenreuther mit ihrer Unterschrift unterstützen. Allerdings erfolglos, wie sich in der folgenden Stadtratssitzung im Feuerwehrhaus herausstellte. Die Zone 30 bleibt. Allerdings sollen zusätzliche Schilder auf die Gefahrenstellen aufmerksam machen.

27 Prozent der Gößenreuther haben den Antrag zur Aufhebung der Zone 30 unterschrieben, rechnete Bürgermeister Edgar Knobloch den Stadträten und Zaungästen an der Einmündung des Mühlwegs in die Dorfstraße vor. Renate Conrad ließ diese Hochrechnung nicht gelten. "Ich kann doch nicht Babys, Kleinkinder und Greise unterschreiben lassen", witzelte sie, um dann als Hauptargument auf die Unfallgefahren bei rechts vor links hinzuweisen.

Probleme bereite die veränderte Vorfahrtsregelung auch dem landwirtschaftlichen Verkehr, fand ein weiterer Diskussionsteilnehmer. Gleichzeitig kritisierten die Gößenreuther den Busverkehr. "Die Busfahrer pfeifen auf die Vorfahrtsregelungen im Dorf." Ein Teilnehmer brachte sogar eine rigorose "Anlieger frei"-Beschilderung ins Spiel.

Auf taube Ohren stießen zunächst die Argumente der Befürworter der geltenden Regelung. Die fasste Bürgermeister Edgar Knobloch zusammen. "Rechts vor links entschleunigt den Verkehr und vermeidet einen Schilderwald." Auch die Polizeiinspektion Eschenbach plädiert für Zone 30. Eine bloße Geschwindigkeitsbegrenzung in den Dorfstraßen sei "nicht zeitgemäß" heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Eine Zustimmung schloss die Polizei allerdings auch bei einer Neuregelung nicht aus.

Schließlich appellierten einige Stadträte im Feuerwehrhaus an die Verkehrsdisziplin der Gößenreuther. Meist seien es Einwohner, die zu flott fahren. Diese Erkenntnis ließ Gerald Morgenstern feststellen: "Auch die Anlieger sollten sich an die Brust klopfen" und Thomas Schopf fasste zusammen: "Man muss halt schauen, dann erkennen und schließlich Rücksicht nehmen".
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