Vom Leiden erlöst

Am Mittwoch nahmen Familie, Freunde und die evangelische Gemeinde mit Pfarrer Dr. André Fischer Abschied von Manja Dumler. Bilder: rgr (2)
Lokales
Grafenwöhr
04.04.2015
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Manja Dumler war ein Mensch, der Liebe geben und empfangen konnte - für und von ihrer Familie, ihren Freunden und der evangelischen Kirchengemeinde. Am Mittwoch nahmen sie alle am Friedhof Abschied von ihr.

"Gott hat sie von ihrem langen Leiden erlöst und zu sich heimgeholt", sagte Pfarrer Dr. André Fischer beim Trauergottesdienst in der Michaelskirche. "Die engsten Angehörigen haben am 13. Januar 2010 schon einmal Abschied nehmen müssen von ihr, nachdem sie plötzlich auf dem Weg zum Einkaufen zusammenbrach und einen Herzstillstand erlitt." Seitdem lag sie im Wachkoma. "Aber es wurden ihr und ihrer Familie noch einmal fünf Jahre miteinander geschenkt, in der sie eine liebevolle Pflege erfuhr", sagte der Pfarrer. Am 10. März sei Dumler im Alter von 57 Jahren endgültig eingeschlafen. "Der Wert eines Menschen bemisst sich nicht nach Leistung, nicht nach Ertrag, nicht nach dem, was einer ist oder hat, sondern nach einem anderen Maßstab, in einer ganz anderen Währung", betonte der Geistliche. Dies sei das Empfangen und Geben von Liebe. "Die Heilige Schrift (1. Johannesbrief) ruft uns ganz unmissverständlich zu: ,Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.'"

Mesnerin bei Evangelischen

Manja Dumler wurde 1957 im oberfränkischen Hof geboren. "Mit ihrer direkten fränkischen Art konnte man ihr nicht böse sein", betonte Pfarrer Fischer. Bis zuletzt wurde die ausgebildete Landschaftsgärtnerin für ihren grünen Daumen gerühmt. Seit 1984 war sie zusammen mit ihrem Mann Willi Dumler die Mesnerin und Hausmeisterin der evangelischen Kirchengemeinde sowie ab 1993 auch die Reinigungskraft im Kindergarten.

Ehrlich und unkompliziert

"In dieser Zeit war sie die gute Seele unserer Gemeinde, immer da, immer ansprechbar, geradlinig, ehrlich und unkompliziert. Auf unseren Veranstaltungen war sie stets die Erste und die Letzte. Berühmt waren ihre Kochkünste auf Gemeindefesten. Unsere Gemeinde ist Manja Dumler zu großem Dank verpflichtet", so Pfarrer Fischer. Für ihre Liebsten habe sie alles getan und war selbst bescheiden. Ansteckend sei auch ihre fröhliche Art gewesen. Jedoch blieb ihr ein großer Schicksalsschlag, der Tod ihres Mannes, nicht erspart - bereits zwei Jahre nach der Geburt von Tochter Bianca. Als Kämpfernatur gab sie jedoch nicht auf und baute mit ihrem Lebensgefährten Peter Schade ein Haus in der Ochsenhut. Einen erneuten Schicksalsschlag erlitt sie 2006 mit einer Herzoperation. Seitdem konnte sie ihre geliebte Arbeit bei der Gemeinde nicht mehr machen. "Es ist die Liebe Gottes, zu der Manja Dumler uns allen vorausgegangen ist", tröstete Pfarrer Fischer die Angehörigen und Freunde. Anschließend wurde die Verstorbene am Friedhof beigesetzt.
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