Warnstreik am Truppenübungsplatz vor nächste Tarifrunde
Kein Interesse an der Opferrolle

Noch streiken die Stationierungskräfte nur stundenweise. Vor der nächsten Tarifrunde gaben sich die Gewerkschafter aber kampfeslustig, sollten die Arbeitnehmer sich bei den Verhandlungen nicht bewegen.
Lokales
Grafenwöhr
25.09.2014
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Als letzte Warnung wollten es die Arbeitnehmervertreter verstanden wissen. Rund 400 zivile Beschäftigte der US-Armee der Standorte Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels hatten sich am Donnerstag zum Warnstreik in Grafenwöhr getroffen. Die erste Tarifrunde am 27. August hatte für die rund 17 000 Arbeitnehmer der ausländischen Streitkräfte kein Ergebnis gebracht. Wenn die Arbeitgeber am 30. September nicht mehr Entgegenkommen zeigen, droht ein Streik.

Mit Norbert Flach war der Bundesvorsitzende der Verdi-Abteilung Stationierungsstreitkräfte gekommen. Auch der Landesfachgruppen-Vorsitzende Wolfgang Dagner unterstützte Betriebsratsvorsitzenden Klaus Lehl und dessen Mitstreiter. Die Kundgebung in Grafenwöhr begann mit einem Demonstrationszug, danach trafen sich die Teilnehmer in der Stadthalle.

Drei Prozent das Mindeste

Verdi will drei Prozent mehr Lohn, mindestens aber 90 Euro, erklärten die Redner. Die Forderung orientiere sich am Tarifabschluss des öffentlichen Diensts, betonte Wolfgang Dagner. "Wir sind nicht weniger wert." Die Arbeitnehmer stünden "nicht als Opferlämmer für die desaströse Haushaltslage der Endsendestaaten der Stationierungsstreitkräfte" bereit.

"Ein Ruck der Arbeitgeber"

Sauer ist auch Klaus Lehl. Der Betriebsratsvorsitzende der US-Garnison Bavaria bekräftigte die Lohnforderungen mit der Feststellung: "Nach drei Jahren mit minimalsten Lohnerhöhungen erwarten wir bei der nächsten Tarifgesprächsrunde einen Ruck der Arbeitgeberseite." Es liege nun an den Stationierungsstreitkräften, eine Klimaverschlechterung und weitere Streikmaßnahmen mit einem akzeptablen Angebot zu vermeiden.
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