Weniger Stellen, aber mehr Geld

Lokales
Grafenwöhr
26.01.2015
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Irgendwo zwischen Sorge und Zufriedenheit lag die Stimmung beim Verdi-Jahresrückblick in Grafenwöhr. Der Stellenabbau vom Februar 2014 ist nicht vergessen. Aber es gibt auch positive Signale.

Die Oberpfalz hat 2014 250 Arbeitsplätze verloren und trotzdem stellte die Verdi-Fachgruppe der Stationierungsstreitkräfte (SSK) beim Jahresrückblick das Positive in den Vordergrund: Tarifabschluss und Auslastung der Übungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels. Letztere sei auch 2015 sehr gut.

SSK-Vorsitzender Wolfgang Dagner kam im Sportpark aber an den Ereignissen im letztjährigen Februar nicht vorbei: Die Nachricht vom Abbau von 250 Arbeitsplätzen in der Oberpfalz habe die Stimmung massiv gedrückt. Positiver sei der Mai gewesen, die Personalratswahlen brachten Oberpfälzer Verdi-Mitglieder bundesweit in alle wichtigen Gremien, berichtete Dagner.

Auch der Tarifstreit sei im Sommer mit einem guten Ergebnis zu Ende gegangen: 2,4 Prozent mehr Geld bedeuteten nach Jahren der Einmalzahlungen endlich wieder einen dauerhaften Anstieg der Löhne. Schlüssel zum Erfolg seien laut Dagner die ganztägigen Warnstreiks gewesen: Bei der ersten Aktion waren in Grafenwöhr 350 Streikende und beim zweiten Mal über 500. "Diese Aktionen waren mit den Streiks in Kaiserslautern/Rammstein Schlüssel zum Erfolg." Verhandlungsleiter Tobias Schürmann habe einen sehr guten Job gemacht.

Der Leiter der SSK berichtete auch von der Gesprächsrunde mit Bürgermeister Edgar Knobloch, bei der es um die Standortsicherung, die Quote von 70:30 von deutschen zu amerikanischen Zivilbeschäftigten und Dienststellenverlegung in die Oberpfalz als Kompensation für die 250 verlorenen Stellen ging. Auch mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch habe er gesprochen. Auf dessen Einladung besuchte die Abordnung in Berlin die US-Botschaft. Dort machten die Gewerkschafter klar, dass die Akzeptanz der Bevölkerung schwindet, wenn immer mehr Stellen gestrichen werden und der Lärm zunimmt.

In seinem Ausblick verwies Dagner auf Struktur-Änderungen in der US-Armee. Die Soldaten verbringen immer weniger Zeit zum Üben in der Oberpfalz. Dadurch ändern sich auch die Anforderungen an die Zivilbeschäftigten. "Dienstleistungen, wie Wohnungsvermittlungen, Schule und Kindergarten werden weniger benötigt", so Dagner. Die Auslastung der Übungsplätze 2015 sei so gut wie lange nicht mehr. Daher solle es doch möglich sein, die vom Personalabbau Betroffenen auf unbesetzten Stellen unterzubringen. Dazu komme, dass der Altersdurchschnitt bei 56,5 Jahren liege. "Es ist kein Abbau notwendig, da in zehn Jahren nur noch die Hälfte der Arbeitnehmer hier sein wird."
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