Wenn das Konto zur Bank wird

Eine Bank für die Ewigkeit: Die "Alt-Rechtler" (von links) Josef Kneidl, Alfons Meiller und Reinhard Kraus stellen ihre Bank aus Granit, der für Standhaftigkeit stehen soll, auf. Bild: myd
Lokales
Grafenwöhr
04.08.2015
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Dem aufmerksamen Bürger ist sie schon aufgefallen: Im Stadtgebiet gibt es eine neue Bank. Der Ursprung der Bank ist alt, er reicht auf ein unberührtes Konto aus den 60er Jahren zurück.

Die neue Sitzgelegenheit in der Neuen Amberger Straße, an der Kreuzung zu den Wiedgärten, ist Reinhard Kraus, Alfons Meiller und Josef Kneidl zu verdanken. Die drei verwalteten ein altes Bankkonto und haben nun beschlossen, mit dem Geld eine Ruhebank zu stiften. Vor allem aber wollen sie ihre Geschichte der "Alt-Rechtler" nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Die Ära der "Alt-Rechtler" liegt lange in der Vergangenheit, als es im Stadtgebiet etwa 120 Anwesen gab. Ein Teil davon war innerhalb der Stadtmauern ansässig, der andere Teil lebte außerhalb in der sogenannten Vorstadt.

Jedes Anwesen bewirtschaftete seinen eigenen Grund. Am Gemeindegrund hatten die Bürger ein Nutzungsrecht. Von dem kommt auch der Begriff "Rechtler", beziehungsweise "Alt-Rechtler", erklärt Reinhard Kraus. Sogenannte "Rechtlergründe" zur gemeinsamen Nutzung waren beispielsweise die Gemeindegebiete Bummelwiesen, Ganshut oder Ochsenhut.

In der Nachkriegszeit schlossen sich die Grafenwöhrer zusammen, um die Aufteilung dieser "Rechtlergründe" voranzutreiben. Um dieses Vorhaben auch finanziell zu unterstützen, wurde von allen Rechtlern Geld gesammelt und auf ein Konto eingezahlt. Das Vorhaben verlief aber im Sand und der Betrag wurde nicht eingesetzt. Weil es aber kaum noch Aufzeichnungen gab, wie viel Geld von welcher Bürgerfamilie kam, war eine Aufteilung nicht mehr möglich. Deshalb entschlossen sich die drei Kontoverwalter, das Geld von der Bank für eine Bank einzusetzen.
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